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Xavier Naidoo tritt für Deutschland beim ESC 2016 an

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Die folgende Nachricht könnte auch von einer Satireseite wie dem „Postillon“ stammen: Xavier Naidoo soll 2016 für Deutschland beim Eurovision Song Contest antreten.

Wie die FAZ am Donnerstag berichtet, sei Naidoo direkt von der ARD nominiert wurden. Eine Auswahlshow im deutschen Fernsehen zur Bestimmung des schlussendlichen Kandidaten findet diesmal nicht statt, dafür soll es eine Sendung namens „Unser Song für Xavier“ geben. Darin sollen/dürfen/müssen die deutschen Zuschauer abstimmen, mit welchem Song Naidoo denn für Deutschland antreten solle.

Naidoo wird zu dieser Entscheidung mit den Worten zitiert: „Ich hab richtig Lust auf den ESC! Dieser völkerverbindende Wettbewerb ist für mich etwas ganz Besonderes. Und klar, ich trete an, um das Ding nach Hause zu holen“.  Weiterhin sagt er: „Ich verspreche, so schön und so gut zu singen wie noch nie in meinem Leben. Ich will in den drei Minuten auf der Bühne zeigen, dass wir auch in Deutschland Musik mit Leidenschaft machen. Und zeigen, wofür ich stehe – für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander“.

„Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe“

Warum all das so absurd ist? Nun, Naidoo ist in Deutschland zwar einer der kommerziell erfolgreichsten Popstars der letzten 15 Jahre. Eben dieses Land hält er aber auch für besetzt, unsouverän und von höheren Mächten gesteuert. Beispiele gefällig? Im ARD-Morgenmagazin etwa sagte er 2011, Deutschland sei kein freies Land und immer noch besetzt, einen Friedensvertrag habe es nie gegeben. 2014 trat er auf Kundgebungen und Montagsdemos selbsternannter Reichsbürger auf, im gleichen Jahr gewann er für all seine Verschwörungstheorien gar ein „Goldenes Brett“. Die Popakademie in seiner Heimatstadt Mannheim distanzierte sich von Naidoo, er selbst ließ unter anderem mitteilen, er sei auf einer der besagten Kundgebungen „nur zufällig mit dem Fahrrad vorbeigefahren“.

Neu ist sein Gedankengut nicht: Bereits im Juni 1999 sprach der damals aufstrebende Naidoo im Interview mit Musikexpress unter anderem von Wettstreits von Religionen, Kreuzzügen, der Apokalypse und Mannheim gegen Amerika. So gab Naidoo etwa zu, dass er ein Rassist sei, „aber ein Rassist ohne Ansehen der Hautfarbe. Ich bin nicht mehr Rassist als jeder Japaner auch“. Lest hier das komplette Naidoo-Interview (in alter Rechtschreibung).

Der nächste Eurovision Song Contest findet am 14.Mai 2016 in Stockholm statt. Am 18.Februar 2016 soll in der ARD-Show „Unser Song für Xavier“ um 20.15 Uhr von den Zuschauern per Abstimmung ermittelt werden, mit welchen Song Naidoo denn nun für Deutschland antreten soll. Die ARD rekrutiere dazu die besten Songschreiber und Produzenten dieses Landes, hießt es weiterhin. Mit zwei verschiedenen am Donnerstag gestarteten Petitionen werden bereits Unterschriften gegen Naidoos geplante ESC-Teilnahme gesammelt.

 

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