Xavier Naidoo: Wirrer Auftritt bei Demonstration der Reichsbürger

Antisemiten, Verschwörungstheoretiker und Xavier Naidoo: Am Freitag, 3. Oktober, traf sich eine ziemlich wilde Mischung von Protestanten vor dem Berliner Kanzleramt. Gemeinsam demonstrierten sie gegen geltende Gesetze und offenbarten ihre Behauptungen, Wirtschaft, Politik und Medien würden von geheimen Kräften manipuliert.

Unter dem Vorwand einer Mahnwache kamen am Tag der Deutschen Einheit laut Zeit knapp 200 „Reichsbürger“, der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke, Verschwörungstheoretiker und Neonazis zusammen. Angekündigt war die Reichsbürgerversammlung als “Sturm auf den Reichstag”. “Ich hab keine Ahnung, wer hier steht, mir geht’s um Liebe”, sagte Xavier Naidoo bei seinem Auftritt vor der skurrilen Zusammenkunft. Auf seinem T-Shirt stand die Aufschrift “Freiheit für Deutschland”.

Die sogenannten Reichsbürger erkennen die hiesigen Gesetze nicht an und behaupten, Deutschland sei 1945 nicht befreit, sondern besetzt worden. Viele leugnen den Holocaust und sehen die deutschen Grenzen von 1937 als geltend an. Große mediale Aufmerksamkeit bekam die Protestbewegung bislang nicht. So unterschiedlich ihre Teilnehmer auch sind, eint die Verschwörungstheoretiker ihr Glaube an geheime Mächte.

Verbreitet ist laut Tagesspiegel die Theorie, dass die Menschheit über Gifte in Flugzeugen (siehe Kondensstreifen) gefügig gemacht werde. Auch Xavier Naidoo, selbst Deutscher mit Migrationshintergrund, erregte mit schwulenfeindlichen und politischen Aussagen Aufsehen. 2011 sagte er gegenüber der ARD: „Wir sind nicht frei, wir sind immer noch ein besetztes Land“.

Merle Lotz, die Managerin Naidoos, hat sich laut „B.Z“ zur Situation geäußert: „Dass auf der Demo kurz vor ihm jemand aus dem rechten Lager etwas gesagt hat, kann man falsch verstehen. Er gehört keiner dieser Gruppierungen an. Xavier Naidoo ist für den Frieden.“


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