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Boom Tschak: Albert Koch über Ed Banger Records

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Als Ed Banger Records Mitte/Ende der Nullerjahre von den Meinungsführern zum Label der Saison ausgerufen wurde, äußerte sich Labelgründer Pedro „Busy P“ Winter in diesem Magazin zum Thema Backlash. Ihm sei klar, dass der eines Tages kommen werde. „Man will seine Entdeckung nicht mit anderen teilen. Deshalb lehnt man das, was man gestern noch geliebt hat, heute ab.“ Der Backlash kam noch schneller als gedacht. Als nach dem Erfolg von Justice (was machen die eigentlich heute beruflich?) die affirmativen Kräfte des Mainstreams griffen, war es vorbei mit der Sonderstellung von Ed Banger, der hot shit von gestern wurde zum shit.

Boom Tschak: Die Elektro-Kolumne von Albert Koch
Boom Tschak: Die Elektro-Kolumne von Albert Koch

Andere Labels wurden als wichtiger gehandelt, bis wieder andere Labels als wichtiger gehandelt wurden als die gerade noch als wichtig gehandelten. Bei diesem Mechanismus spielen „objektive“ Wahrheiten eine untergeordnete Rolle. Zum Beispiel dass sich hinter der vordergründigen Biersäuferbespaßungsmusik von Justice, die ja auch von Biersäufern zur Bespaßung benutzt wurde, eine hohe Musikalität verbarg und eine wunderbare Referenzhölle, die jedem Musiknerd beim Spurensuchen ein Fest gewesen sein musste. Doch subjektive bis irrationale Rezeptionsstrategien sind der Motor, der den Pop am Laufen hält. Und das ist verdammt gut so. Bei Ed Banger wurde dem Zeitgeist zum Trotz weiterhin Musik veröffentlicht von Mr. Oizo, Krazy Baldhead, Sebastian – oft sehr gut, aber immer unter dem Radar der Geschmackspolizei. Aber schon klar, wenn in den ersten Monaten des Jahres 2016 auf Ed Banger ein neues Album von Breakbot, dem Projekt von Thibaut Berland, veröffentlicht wird, will sich keine Sau dafür interessieren.

Auch wenn STILL WATERS ein schönes, mit 53 Minuten vielleicht ein bisschen zu langes Album geworden ist mit souly, Pfunky Pop und ohne die Holzhammer-Ed-Bangerismen – es wird ungehört bleiben bei denen, an die es adressiert ist.

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