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10 Indie-Highlights für Filmfans, die angeblich schon alles gesehen haben

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Upstream Color

Dieses Drama (?) ist mehr ein Gefühl als ein Film. Shane Carruth hat hier das Drehbuch geschrieben, den Score komponiert, Regie geführt und auch direkt die Hauptrolle übernommen. Weil Carruth also niemanden hatte, der ihm in den Film reinquatscht, konnte er diese Story umsetzen: Ein Wissenschaftler entführt eine Frau, extrahiert einen Teil ihrer Seele und pflanzt sie in ein Schwein ein. Danach transzendiert der Film in ein Gefühl der Hilflosigkeit und Verwirrung. Die Handlung klingt zwar nach Science-Fiction-Blödsinn, „Upstream Color“ ist allerdings so clever, dass ihr noch wochenlang nach dem Ende darüber nachdenken werdet.

Love Exposure

Der junge Japaner Yu möchte seinen streng katholischen Vater beeindrucken und ihm Sünden beichten. Dumm nur: Yu ist ein braver Langweiler. Die Lösung des Problems ist das Fotografieren von Schlüpfern in den Straßen Tokios. Als perverser Ninja springt er durch die Stadt und entwickelt neue Techniken, um Frauen unter die Röcke zu schauen. Als er in einen Kampf gerät, rettet ihn Yoko – es entsteht eine bizarre Liebe. Die Figuren in „Love Exposure“ landen irgendwann in einer musikalischen Psychosekte, dazwischen wird maximal blutig ein Penis abgeschnitten und viel in Tokio rumgelungert. Ein Meisterwerk ist der Film dennoch, weil Regisseur Sion Sono hier Facetten der Liebe beleuchtet, die es nur selten auf die Leinwand schaffen. Achso: Der Film geht vier Stunden und liegt sogar komplett auf YouTube bereit.

Beasts of the Southern Wild

Ist jetzt nicht wahnsinnig geheim, dennoch haben viel zu wenige Leute das Drama gesehen. Der Newcomer Benh Zeitlin hat 2012 alle seine Kreditkarten überzogen und sich komplett verschuldet, damit er einen in Fantasy verpackten Kommentar zu abgehängten Regionen der USA und dem Klimawandel umsetzen kann. Hushpuppy lebt in einer postapokalyptischen Variante der US-Südstaaten in einem Dorf aus Holzhütten und Säufern. Doch eines Tages ist das Leben dort bedroht, weil gefährliche Auerochsen auf dem Weg sind und alles zu zerstören drohen. Mehr möchten wir nicht verraten, „Beasts of the Southern Wild“ hat einen tollen Twist parat. Quvenzhané Wallis wurde für ihre Leistung als Hushpuppy übrigens für einen Oscar nominiert, der Film an sich ebenfalls. So kam Zeitlin wieder aus den Schulden raus.

Rubber

Kultfilm mit Musik von Mr.Oizo. Ein Autoreifen fährt durch die Wüste und terrorisiert eine Kleinstadt, indem er die Köpfe der Anwohner per Telekinese platzen lässt. Muss man gesehen haben. Dann darf man auch darüber nachdenken, ob die Meta-Ebenen in dem Film wirklich Meta-Ebenen sind oder ob Regisseur Quentin Dupieux sein Publikum einfach nur konsequent für dumm verkauft.

The Battery

Zombiefilme finden wir ja eigentlich nicht so drall, aber „The Battery“ ist eine Ausnahme. Mit seinen nicht gerade beachtlichen Ersparnissen ist Jeremy Gardner mit seinem Kumpel in den Wald gegangen und hat einen Film über das Ende der Welt und Untote gedreht. Die Batterie sind hier die zwei Freunde, die durch den immergleichen Wald laufen, sich doof finden, sich wieder vertragen. Und sich vor Langeweile manchmal auch wünschen, dass sie jetzt endlich von einem der Zombies erwischt werden. „The Battery“ versprüht eine ganze besondere Melancholie, ist zugleich aber auch ein herrlicher Dummjungenfilm.

Sightseers

Eröffnete 2012 das Fantasy Filmfest, den Saal hat es vor Gelächter fast zerrissen. Britische Crime-Comedy geht fast immer, Ben Wheatley hat mit seinem mordenden Spießerpärchen, das im Urlaub mit stoischer Ruhe ein Blutbad nach dem nächsten anrichtet, einen Genre-Primus erschaffen. Neben makaberem Humor gibt es Einblicke in die britische Provinz. Und eine sehr großen Bleistift.

Submarine

Noch einmal England. Richard Ayoade kennen viele aus der Comedy „The IT-Crowd“ und Klamauk-Komödien. Und dann haut der Kerl 2010 urplötzlich mit „Submarine“ einen Coming-of-Age-Meilenstein raus, für den Alex Turner von den Arctic Monkeys sogar seine ersten Solo-Songs aufgenommen hat. Eigenbrötlerische Teenager mit gutem Musikgeschmack verlieben sich im britischen Hinterland bei schlechtem Wetter. Gab es eigentlich schon oft, aber nie in einer solchen Perfektion wie von Ayoade. Gibt es auch komplett auf YouTube.

Dicke Mädchen

Mehr Indie geht in Deutschland wohl kaum. „Dicke Mädchen“ spielt zu Großteilen in einer Platte in Berlin-Lichtenberg. Bei der Pflege der kurz vorm Tod stehenden Edeltraut kommen sich Sven und Daniel näher. Es beginnt eine heimliche Liebe, eine Zaubershow in der Platte und ein bizarrer Nackt-Tanz. Gedreht für legendäre 517,32 Euro.

Dayveon

Ein Paradebeispiel, dass kürzere Filme einfach liebenswürdig sind. Regisseur Amman Abbasi erzählt in nur 75 Minuten eine kleine, authentische Geschichte über Kleingangster in den USA. Der große Bruder des 13 Jahre alten Dayveon ist erschossen worden. Und weil Dayveon ein kleiner Idiot ist, bewältigt er seine Trauer damit, dass er sich der „Blood“-Gang anschließt. Was folgt: Schläge als Aufnahmeritual, stümperhafte Raubüberfälle und der verzweifelte Versuch, den Jungen wieder auf die richtige Bahn zu lenken. „Dayveon“ ist Indie-Kino pur. Unverbrauchte Darsteller, bescheidene Mittel beim Dreh. Die Geschichte um den Möchtegern-Ganoven ist aber ohne belastend erhobenem Zeigefinger und vor allem glaubhaft erzählt.

Schultze Gets the Blues

Ein Klassiker des langweiligen deutschen Kinos. Aber obwohl man „Schultze Gets the Blues“, bedingt durch den Sekundenschlaf, vielleicht erst im zweiten oder dritten Anlauf komplett anschaut, ist die Paraderolle von Horst Krause die Mühe wert. In Michael Schorrs Fernweh-Überdosis zieht es den ehemaligen Kumpel Schultze nach Louisiana, weil er Cajun-Musik im Radio gehört hat. Schultze, der übrigens kaum ein Wort sagt, spart sich das Geld zusammen, überwirft sich mit seinem dezent rassistischen Polkaverein und tritt eine letzte Reise an. Ein Film der Hoffnung gibt – vor allem allen Leuten, die in den abgehängten Teilen Deutschlands leben. Genauso grandios wie der Film ist übrigens auch der englische Trailer dazu. See above!

Weitere Highlights



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Arctic Monkeys kündigen Europa-Tour 2018 an – zwei Live-Termine in Deutschland

2018 wird das Jahr der Arctic Monkeys. Dies deutete sich Anfang des Jahres an, als die Band erste Festival-Auftritte bestätigte. Dies ist nun Gewissheit: Alex Turner und seine Jungs werden nicht nur auf Primavera, Hurricane Festival und Co. auftreten, sondern auch Solo-Shows spielen. Am Sonntag kündigten die Arctic Monkeys sechs Europa-Konzerte abseits der großen Festivals an, und deutsche Fans dürfen sich besonders glücklich schätzen: Zwei dieser Konzerte finden in Deutschland statt – eines am 22. Mai 2018 in der Columbiahalle in Berlin, das andere am 26. Juni 2018 in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf. Präsentiert vom Musikexpress. https://twitter.com/ArcticMonkeys/status/970341255556354048 Der…
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