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„Stranger Things“: Laut einer Klage soll die Netflix-Serie komplett geklaut sein

2016 ist „Stranger Things“ von den Duffer-Brüdern schlagartig zur beliebtesten Serie viele Netflix-Nutzer aufgestiegen. In bisher zwei Staffeln konnten die Kinder, die hier die Helden sind, Millionen Fans auf der ganzen Welt gewinnen. Mit einer Mischung aus einer Teenager-Mystery-Story und vielen Anspielungen an vergangene Filme und die Popkultur der 1980er. Häufig zitiert werden unter anderem Steven Spielberg und Stephen King. Die Serie bedient sich respektvoll, aber manchmal auch etwas aufdringlich bei großen Vorbildern und setzt voll auf Nostalgie. Ein Vorwurf ist nun aber neu: „Stranger Things“ soll komplett geklaut sein.

Charlie Kessler, ein relativ unbekannter Filmemacher, verklagt nun die Duffer-Brüder Matt und Ross, welche die kreative Aufsicht über „Stranger Things“ haben und die Erfinder der Serie sind. Laut Kessler handelt es sich bei dem Netflix-Hit um einen dreisten Fall von Diebstahl geistigen Eigentums. 2014 habe Kessler die Duffers beim Tribeca-Filmfestival in New York kennengelernt. Er erzählte ihnen von seinem Kurzfilm „Montauk“. Darin geht es um eine mysteriöse und mit Science-Fiction angereicherte Geschichte, die sich in der Nähe eines (eigentlich) verlassenen Militärgebäudes abspielt.

Kessler erzählte laut eigenen Aussagen den Duffer-Brüdern von der Geschichte. Und von einem Drehbuch, mit dem er die Kurzgeschichte „Montauk“ auf den Langfilm „The Montauk Project“ ausdehnen wollte. Den ursprünglichen Kurzfilm „Montauk“ konnte man bis vor einigen Tagen bei Vimeo sehen, nun wurde das Video im Rahmen der Klage, die Kessler offiziell eingereicht hat, gelöscht. Es wird wohl als Beweismittel in einem Prozess dienen, bei dem es um Millionen gehen könnte.

Der ursprüngliche Titel der Serie könnte ein Beweis sein

Immerhin ist „Stranger Things“ eine wertvolle Marke geworden, nicht nur auf Netflix. Die Soundtracks zur Serie verkaufen sich ebenso gut wie Merchandise wie T-Shirts oder Kostüme. Kessler will mitverdienen und klagt deshalb gegen die Duffers – bisher gibt es aber kein Statement dazu, warum er er erst so spät Klage einreicht. Spekuliert wird, dass er den Erfolg der Serie abwartete, bis er finanzielle Ansprüche stellt. Oder dass er schlichtweg nicht der Urhaber der Idee ist.

Ein Indiz, dass für Kessler spricht: Als Netflix 2015 „Stranger Things“ in Auftrag gab und bei den Duffers bestellte, lautete der Arbeitstitel tatsächlich noch „Montauk“. Mehrere US-Medien berichteten damals unter diesem Titel über die Serie, die dann mehr als ein Jahr später als „Stranger Things“ für hohe Zugriffszahlen bei Netflix sorgte.

Die dritte Staffel der Serie wird ab Ende April gedreht, im Sommer 2019 soll sie erscheinen. Die Darsteller der Show sind mittlerweile zu Stars geworden, ihre Gagen haben sich verzehnfacht. Eine ähnliche Hoffnung wird wohl auch Charlie Kessler haben, wenn er bald gegen die Duffers vor Gericht zieht.


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