Astroworld-Festival: Familien der Opfer schlagen Travis Scotts Beerdigungs-Angebote aus

von

Vergangenen Monat kam es während des Astroworld-Festivals in Houston, Texas (USA) zu einer Massenpanik. Dabei ließen zehn Menschen ihr Leben, Hunderte wurden verletzt. Gegen die Organisatoren des Festivals, Travis Scott, Drake, Live Nation und Apple Music wurde mehrere Klagen erhoben.

Rapper Travis Scott bot den Familien der Verstorbenen nun an, die Kosten für deren Begräbnisse zu übernehmen. Die Hälfte der Betroffenen schlug das Angebot bereits aus, wie „NME“ berichtet. Darunter auch die Familie des verstorbenen neunjährigen Ezra Bloundt. Der Anwalt der Familie Bob Hilliard äußerte sich dazu schriftlich: Er habe „keine Zweifel, dass Herr Scott Reue“ wegen des Vorfalls verspüre. Hilliard setzt fort: „Sein zukünftiger Weg wird schmerzhaft. Er muss sich seiner Verantwortung stellen und sieht dabei hoffentlich ein, dass er zumindest einen Teil der Verantwortung für diese Tragödie trägt.“

So etwas soll nie wieder geschehen

Auch weitere Anwälte der betroffenen Familien schließen sich dieser Aussage an. So beispielsweise Richard Mithoff, Anwalt der Familie des 14-jährigen Opfers John Hilgert: Das Angebot Scotts sei „erniedrigend und höchst unangemessen“. Außerdem: „Von all den Dingen, um die es in diesem Fall geht, ist das die geringste Sorge. Diese Familie ist entschlossen, Veränderungen herbeizuführen und sicherzustellen, dass so etwas nie wieder bei einem Konzert passiert“.

Ein Stück Papier aus Beverly Hills reicht nicht

„[Scott] versucht damit bloß, die öffentliche Empörung über diesen Fall zu mindern“, ergänzt außerdem Philip Corboy, der Anwalt der Familien von Jacob Jurinek und Franco Patino. So könne Scott den Familien nicht zeigen, dass die Geschehnisse ihm ein ehrliches Anliegen seien. Corboy fügt hinzu: „Ein Stück Papier per Post aus Beverly Hills von Travis Scotts Anwalt reicht nicht. Diese Familien leiden; dem fehlt jedwede persönliche Note“.

Auch Tony Buzbee, der Anwalt der Familie von Axel Acosta, äußert sich zu Scotts Angebot: „Wenn er sich um diese Familien sorgen würde, müsste er keine Pressemitteilung veröffentlichen, wo jeder sehen kann, dass er bereit ist, für eine Beerdigung zu zahlen. […] Sie wollen keine Bestattungskosten von ihm. Was auch immer wir von ihm bekommen, es wird per Gericht geschehen“.

Zuvor reichte Buzbee bereits eine Klage im Namen von 125 weiteren Besucher*innen des Festivals ein. Dabei wurde Schadenersatz von 750 Millionen Dollar gefordert. Ein Teil der Anklage ließt sich folgendermaßen: „Es gibt keinen Geldbetrag, der Menschen wieder zum Leben erwecken kann“.


Emma... Watson oder Roberts? HBOs „Harry Potter“-Special mit peinlichem Filmfehler
Weiterlesen