Highlight: Die besten Filme auf Netflix – sortiert nach Genre

Best of 2017: Die besten Serien-Neuheiten des Jahres

1Klar: Die siebte Staffel „Game Of Thrones“, die dritte Staffel „Better Call Saul“, die fünfte Staffel „House Of Cards“ (trotz oder wegen Kevin Spacey), die zweite Staffel „Stranger Things“ – die neuesten Folgen der großen Serienflagschiffe und anderen heißen Scheiß habt Ihr alle gesehen. Vielleicht guckt Ihr sogar noch „The Walking Dead“ weiter, bis Ihr selbst zu Zombies mutiert.

Es gab 2017 aber auch etliche neue Serien, die man vor einem Jahr noch nicht auf dem Schirm hatte – und einige von denen blieben wirklich hängen. Welche Serien-Neuheiten aus dem Jahr 2017 ihr also noch unbedingt nachholen solltet, verraten wir Euch hier:

„The Deuce“, Staffel 1 (Sky)

James Franco spielt die Gebrüder Martino.

Ging bei den vielen Serien-Neustarts etwas unter. Allerdings war das bei „The Wire“ damals genauso, mittlerweile gilt die Serie von David Simon als Meisterwerk. Simon ist auch für „The Deuce“ verantwortlich, rekonstruiert den Straßenstrich im New York der 70er mit vielen Details und glaubwürdigen Charakteren, die ihren Weg in der moralischen Grauzone suchen. „The Deuce“ porträtiert Zuhälter, Huren, Mafiosi, Cops und Porno-Regisseure. Inmitten des homogenen Ensembles trumpfen dennoch James Franco (in einer Doppelrolle) und Maggie Gyllenhaal auf. (Daniel Krüger)


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„Dark“, Staffel 1 (Netflix)

Deutschlands erste Netflix-Serie – und ein unterm Strich sehr gelungener Versuch, „Tatort“-Drögheit gegen US-Mystery und große Twists einzutauschen: In der fiktiven Kleinstadt Winden verschwindet zum wiederholten Mal ein Junge. Sein Vater, Polizist Ulrich, macht sich auf die Suche, landet buchstäblich in der Vergangenheit und findet eventuell gar einen Weg, die Zukunft zu verändern. „Stranger Things“, „Zurück in die Zukunft“ und „Lost“ lassen grüßen, nur die bedeutungsschwangeren Holzhammer-Dialoge sind stellenweise unerträglich. (Fabian Soethof)

„4 Blocks“, Staffel 1 (TNT-Serie und Amazon Video)

Ronald Zehrfeld in „4 Blocks“

Klar, die Serie von Regisseur Marvin Kren braucht in der zweiten Staffel (kommt im Mai 2018) noch etwas Schliff. Doch trotz sich wiederholender Dialoge und unlogischem Handeln (in den letzten zwei Folgen) wurde hier schnell eine Serienmarke erschaffen, die gern noch einige Jahre mit neuen Folgen ausgestattet werden kann. Frederick Lau und Kida Ramadan haben im Neuköllner Untergrund ihre perfekten Rollen gefunden, Rapper Veysel brilliert als wandelnder Muskel und ist herrlich hassenswert. Ein bisschen wie „Tatort“, nur ohne alles, was an „Tatort“ nervt. (Daniel Krüger)

„Mindhunter“, Staffel 1 (Netflix)

Aus heutiger Sicht unvorstellbar: Das sogenannte „Profiling“ wurde beim FBI erst in den Siebzigern eingeführt. Die halbfiktive und von David Fincher produzierte Serie „Mindhunter“ basiert auf dem gleichnamigen True-Crime-Buch von John E. Douglas und begleitet die Agenten Holden Ford („How do we get ahead of crazy if we don’t know how crazy thinks?”) und Bill Tench dabei, wie sie real existierende Serienmörder wie Edmund Kemper und Jerome Brudos treffen, um ihr Wesen zu verstehen. Eine gute Grundlage für eine spannende und düstere Serie – die Umsetzung bloß hätte noch mehr von beidem vertragen können. (Fabian Soethof)

„Manhunt: Unabomber“, Staffel 1 (Netflix)

Noch eine Serientäter-Serie, ebenfalls basierend auf wahren Begebenheiten: Zwischen 1978 und 1995 verschickte der als „Unabomber“ bekannt gewordene Ted Kaczynski 16 Briefbomben in den USA. Über Jahrzehnte hinweg tappte das FBI ob seiner Identität und seines Motivs im Dunkeln – bis Profiler Jim Fitzgerald (aus „Avatar“ bekannt: Sam Worthington) sich obsessiv in den Fall stürzt, gegen jeden Widerstand das unbekannte Feld der „comparative linguistics“ beackert und so schließlich Kaczynskis Enttarnung und Festnahme erreicht. „Manhunt: Unabomber“ erzählt in acht spannenden Folgen auch Kaczynskis Vorgeschichte. Weitere Staffeln könnten kommen, darin würde es, ähnlich wie bei „True Detective“, jeweils um neue Fälle gehen. Aber eben wieder wahre. (Fabian Soethof)

„Wermut“, Miniserie (Netflix)

Zwischen Verschwörungstheorie und Enthüllungsstory: Dokumentarfilmer Errol Morris lässt unter Hilfenahme von nachgedrehten Rückblicken Eric Olson die unglaubliche Geschichte seines Vaters Frank Olson (gespielt von Peter Sarsgard) erzählen. Der für die CIA arbeitende Biochemiker „stürzte oder fiel“ 1953 aus einem Hotelfenster in New York. Erst 20 Jahre und viele Recherchen seines Sohnes später erklärt die CIA, Frank Olson sei zu Testzwecken LSD verabreicht worden. Eric Olson glaubt ihnen nicht, recherchiert weiter und fördert, wieder 20 Jahre später, eine ganz andere Version zutage. (Fabian Soethof)

„The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd“ (Telekom Entertain)

Christliche Fundamentalisten haben die Welt verändert, in der nahen Zukunft haben Frauen keine Rechte mehr und dienen als Geburtenstationen – insofern sie überhaupt noch fruchtbar sind. Elisabeth Moss spielte eine dieser Magden und will dieser Version von Sklaverei entfliehen. Für ihre Leistung in der Serie bekam Moss, die auch in „The Square“ auftrumpfte, diverse Preise verliehen, bei den Emmys wurde „The Handmaid’s Tale“ zur besten Drama-Serie des Jahres gekürt. Eine höhere Auszeichnung gibt es nicht. (Daniel Krüger)

„Babylon Berlin“, Staffel 1 und 2 (Sky)

Beworben wird „Babylon Berlin“ als teuerste deutsche Serienproduktion aller Zeiten, und das sieht man ihr auch an: Die bisher sechzehnteilige sowie kulissen- und kostümstarke Serie spielt 1929 in, richtig, Berlin. Es geht um Politik, Polizeiarbeit und Prostitution in der damals wohl spannendsten Stadt der Welt – zehn Jahre nach dem ersten Weltkrieg, vier Jahre vor Hitlers Machtübernahme, Tage vor den als Blutmai bekannten Mai-Unruhen. Unverbrauchter Cast, mal abgesehen von ein paar unglaubwürdigen „Äh, Moment mal“-Szenen gut geschriebener Krimiplot. Nur der vorerst finale und unfreiwillig komische Showdown sieht leider nach dem aus, was er ist: ein mit dem Brecheisen und Special Effects herbeigeführter Versuch, Actionszenen aus US-Produktionen in wirklich nichts nachzustehen. (Fabian Soethof)

„Tote Mädchen lügen nicht“, Staffel 1 (Netflix)

Clay hört sich die Leidensgeschichte seiner toten Mitschülerin Hannah an.

Das Thema „Bullying“ war wegen dieser Serie gerade in den USA, den dortigen Medien und unter Teenagern wieder ein öffentliches Thema geworden: In „13 Reasons Why“ (deutscher Titel: „Tote Mädchen lügen nicht“, basierend auf einem gleichnamigen Roman) erzählt ein Mädchen namens Hannah Baker auf posthum in Umlauf gebrachten Kassetten, welche Gründe (um nicht zu sagen: Mitschüler und Lehrer) sie in den Selbstmord trieben. Die Serie wurde ein großer Erfolg für Netflix und stand gleichzeitig unter enormer Kritik. Der Vorwurf: „13 Reasons Why“ verharmlose oder glorifiziere gar Suizid. Eine zweite Staffel wurde bereits angekündigt. (Fabian Soethof)

„jerks.“, Staffel 1 (Maxdome, ProSieben)

„Macht Euch mal locker!“, will man der deutschen Fernsehlandschaft seit Jahren gern entgegenschreien. Im Januar haben sich zumindest Christian Ulmen und Fahri Yardım ganz besonders locker gemacht, zelebrierten Witze über Sex und Behinderte. Zum Glück alles mit viel Selbstironie und einer Snack-Dramaturgie. Sido, Nora Tschirner, Collien Ulmen-Fernandes und Kay One haben sich in „jerks.“ ebenfalls freiwillig zum Affen gemacht. Obwohl: Bei Kay One ist das keine Neuigkeit. (Daniel Krüger)

„Gypsy“, Staffel 1 (Netflix)

Naomi Watts spielt eine Therapeutin, die sich, offenbar aus Überdruss ihres eigentlich beneidenswerten Familienlebens, heimlich in das soziale Umfeld ihrer Patienten einmischt und so unter anderem die deutlich jüngere Sidney kennenlernt. Was als Psychothriller angekündigt wurde, entwickelt sich über weite Teile leider zu einer von Sam Taylor-Johnson („50 Shades Of Grey“) gedrehten Softerotikfantasie, die man nur aus Voyeurismus weiterschaut: Wer betrügt wann endlich wen – und wann fliegt ihr Doppelleben auf? (Fabian Soethof)

Naomi Watts in „Gypsy“

„American Vandal“, Staffel 1 (Netflix)

Eine göttliche Satire, die sich Real-Crime-Geschichten wie „Making A Murderer“ vornimmt. Der Schultrottel hat die Autos auf einem Parkplatz mit Schwänzen vollgemalt – jedenfalls denken das Mitschüler, Polizei und der Direktor. Zwei Hobbyfilmer versuchen nun, die Wahrheit hinter dem Verbrechen herauszufinden. „American Vandal“ schlägt viele Wendungen und nimmt ein ganze Genre bis ins Details auseinander.

„American Vandal“ auf Netflix: Ein Satire-Epos, den Schwänzen sei Dank

Die besten Filme des Jahres 2017 haben wir natürlich ebenfalls zusammengetragen und in der Redaktion gewählt. Die entsprechende Liste mit den Meisterwerken des Jahres findet Ihr hier:

https://www.musikexpress.de/die-besten-filme-des-jahres-2017-982859/

HBO
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