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Coronavirus: Wie geht die Livebranche damit um? Welche Rechte haben Konzertbesucher?

Wie der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) e.V. aktuell mitteilte, sind die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Konzertbranche bereits deutlich spürbar: „Wir beobachten bereits seit einigen Tagen einen erheblichen Einbruch bei den Kartenverkäufen und Inhaber von Karten versuchen zunehmend, diese gegen Erstattung des Eintrittsgeldes zurückzugeben“.

CTS Eventim ist das marktführende Unternehmen für den Vertrieb von Konzerttickets in Europa und gleichzeitig Veranstalter von Konzerten, Tourneen und Festivals. Entgegen der Mitteilung des BDKV stelle man dort bislang aber „nur vereinzelte Auswirkungen auf unser Geschäft fest, zum Beispiel in (Nord-)Italien und in der Schweiz, wo einzelne Veranstaltungen verschoben werden müssen“, wie Thomas Kollner, Leiter der Unternehmenskommunikation, auf unsere Anfrage berichtet.

Normale Schwankungen im Vorverkauf – oder mehr?

Auch die kleineren Konzertveranstalter Puschen und die Zart Agency aus Berlin nehmen nach eigener Aussage noch keine größeren Auswirkungen auf ihr Geschäft wahr. Andreas Oberschelp, Geschäftsführer der Konzert- und Promotion-Agentur Puschen, stellt zwar einen „minimalen Rückgang bei aktuellen Ticketvorverkäufen in der vergangenen Woche“ fest: „Das kann aber durchaus auch eine normale Schwankung sein kann. Ansonsten spüren wir hier im Inland noch nichts“.

Das sieht bei der Konzertdirektion von Karsten Jahnke in Hamburg ganz anders aus. Während die meisten anderen Veranstalter, bei denen wir angefragt haben, keine genaueren Auskünfte zu den Auswirkungen auf ihr Geschäft machen wollen, teilt uns Karen Gerlach, Pressesprecherin des Hamburger Tournee- und Konzertveranstalters, mit, dass bei ihnen in der vergangenen Woche im Ticket-Vorverkauf ein sehr deutlicher Rückgang von um die 50 Prozent festzustellen war.

Droht der „wirtschaftliche Kollaps“?

Die Branche zeigt sich nervös: „Die Auswirkungen, die zu befürchten sind, gehen in die Richtung, dass die momentane Mediensituation und deren verbreitete Panik endgültig über Vernunft siegt“, heißt es von Seiten der Zart Agency. Das Problem für Veranstalter, Booker und Promoter: Sie haben für Gigs und Tourneen bereits Vorlaufkosten (Marketing usw.), auf denen sie sitzen zu bleiben drohen.



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