Darum wäre Isabella Luna im nächsten Leben gern ein Mann

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Isabella Luna ist Tänzerin, Komikerin und Influencer: Auf Instagram folgen ihr über 80.000 User, auf TikTok über 424.ooo User und auf YouTube über 182.000 Abonnent*innen. Ebenda kriegt man auch einen guten Eindruck über ihr bisherigen Schaffen: Isabella Luna hat sich unter anderem durch Musikparodien einen Namen gemacht. In Mash-up-Clips nimmt sie zum Beispiel Capital Bra, Samra, Loredana und andere Deutschrapper*innen aufs Korn.

Vor wenigen Wochen ist nun ihre erste eigene Single erschienen, und deren Inhalt ist auf den zweiten Blick gar nicht so lustig wie auf den ersten: In „Im nächsten Leben“ singt und rappt Isabella Luna davon, dass sie gerne ein Mann wäre. Sie bräuchte kein Make-up mehr, keine BHS, keine stundenlangen Friseurbesuche, könnte im Stehen pinkeln – und die neu gewonnene Zeit für Catcalling, Manspreading, Cruising und die Playstation verwenden.

„Im nächsten Leben“ soll und kann hoffentlich aber mehr sein als die Bedienung von Mario-Barth-Humor á la „Männer sind so, Frauen sind so“. Die humorvoll aufgezeigten Probleme existieren nämlich tatsächlich. Frauen werden von Männern noch immer viel zu oft als Objekte gesehen, müssen im Patriarchat mehr Wert auf ihr Äußeres legen, werden strukturell benachteiligt. Die Tatsache, dass sie für Menstruationsprodukte zahlen müssen, ist nur ein naheliegendes Beispiel dafür. Da haben wir von anderem Sexismus, Gender Pay Gaps, Gender Care Gaps, wirklicher Gleichberechtigung und so weiter noch nicht einmal gesprochen. Bleibt nur fraglich, ob diese Message des Songs bei seinen männlichen Zuhörern auch ankommt.

Weitere Songs sollen folgen.

 

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