Highlight: „Once Upon A Time… in Hollywood“: Das sind die Real-Life-Vorbilder für Tarantinos Filmfiguren

Empfehlungen

Die 20 besten Filme für Quentin-Tarantino-Fans

Bande à part

JEAN-LUC GODARD, Frankreich, 1964

Jean-Luc Godard steht Tarantino näher als jeder andere Filmemacher – nicht von ungefähr benannte Tarantino seine Produktionsfirma A Band Apart, nach Godards „Außenseiterbande“, seinem verspielten Meisterwerk, in dem Anna Karina so aussieht wie Uma Thurman in „Pulp Fiction“. Ihre Tanzszene mit John Travolta ist eine Hommage an Karinas Tanz im Pariser Jukebox-Café.

Le samouraï

JEAN-PIERRE MELVILLE, Frankreich, 1967

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Es gibt einen Grund, warum Killer bei Tarantino schwarze Anzüge, weiße Hemden und schwarze Krawatten tragen. Weil Alain Delon als einsamer Auftragskiller so angezogen war in Melvilles existenzialistischem, perfekt gestaltetem Gangsterfilm (deutscher Titel: „Der eiskalte Engel“). Niemals war Delon cooler als in dieser Erzählung im Blau der Nacht fernab jeder Wirklichkeit.

Mean Streets

MARTIN SCORSESE, USA, 1973

Zwischen seinen späteren Meisterwerken wird dieser bemerkenswerte frühe Scorsese (drei Jahre vor „Taxi Driver“) erstaunlich oft vergessen. Dabei ist Tarantino besonders von diesem ersten Mafia-Film nachhaltig geprägt worden: von seiner düsteratmosphärischen Großstadtmelancholie, von der Darstellung eines abgewirtschafteten Gangstertums und der verfehlten Kommunikation zwischen den männlichen Figuren, die derbe Gewaltausbrüche nach sich zieht. Und immer mal wieder läuft ein cool platzierter Rocksong.

Ms. 45

ABEL FERRARA, USA, 1981

Wie Scorsese ist Abel Ferrara ein Chronist des Molochs New York. Seine höllisch delirierende Gewaltfantasie „Ms. 45 – Die Frau mit der 45er Magnum“ ist ein früher Höhepunkt des „Rape and Revenge“-Subgenres: Man kann ihn in eine Reihe stellen mit „Thelma & Louise“, vor allem aber ist seine Heldin eine Vorfahrin der „Black Mamba“ aus Tarantinos „Kill Bill“: eine Nonne, die unter ihrer schwarzweißen Tracht eine Magnum verbirgt und nach einer Vergewaltigung Jagd auf Männer macht.

Blood Simple

ETHAN UND JOEL COEN, USA, 1984

„Somethin‘ can all go wrong“, heißt es zu Beginn des Low-Budget-Debüts der heute berühmten Coen-Brüder – irgendwas kann immer schiefgehen. Ihre von Hitchcocks Thriller- und Carpenters Horrorkino beeinflusste rabenschwarze Abrechnung mit dem kleinbürgerlichen Leben in Texas war seiner Zeit voraus: Jahre vor den ersten Neo Noirs lieferten sie eine Blaupause für das postmoderne Zitatenkino.

City On Fire

RINGO LAM, Hongkong, 1987

Ringo Lam war einer der bekanntesten und besten Action-Regisseure Hongkongs. Von seinem genreprägenden Action-Thriller über einen Undercover-Ermittler, der einer Bande von Juwelendieben auf der Spur ist, klaute Tarantino fast den kompletten Plot für „Reservoir Dogs“. Zudem ist „City On Fire“ mit Chow Yun-Fat und Danny Lee so gut besetzt wie sonst nur die Meisterwerke von John Woo (die natürlich ebenfalls ein wichtiges Vorbild sind).

Wild At Heart

DAVID LYNCH, USA, 1990

Die wunderbar schräge Roadmovie-Romanze von Sailor und Lula macht immer noch richtig Spaß. 1990 bereitet David Lynch mit seiner bizarren Mischung aus Gewaltexzessen und Sentimentalität den Weg für eine neue Indie-Variante der „Bonnie & Clyde“-Story: ein schwer verknalltes, schwer gestörtes Liebespaar zieht ohne Rücksicht auf Verluste durch die amerikanische Landschaft. Den jungen Tarantino beeinflusste der Plot mindestens genauso stark (beim Drehbuch für „True Romance“) wie Lynchs ikonografische Verschmelzung verschiedenster Popkultur-Elemente.

La Haine

MATHIEU KASSOVITZ, Frankreich, 1995

Drei junge Männer aus der Pariser Banlieue wollen ihren Freund rächen, der im Straßenkampf mit der Polizei verletzt wurde. Früh schwappt die Tarantino-Welle auch nach Europa und setzt Energien bei aufstrebenden jungen Filmemachern frei. Bei Mathieu Kassovitz sind die Jungs aus der urbanen Randzone wütend, aber unwiderstehlich cool. „La Haine“ ist bis heute der Maßstab, an dem sich gewitzt erzählte Filme über die Welt moderner Teenager messen müssen.

Before Sunrise

RICHARD LINKLATER, USA, 1995

Zwei junge Menschen treffen und unterhalten sich. Ein Film als einziger, großer Dialog. Linklater ist eher Weggefährte als Epigone, aber einen so radikalen Walking-and-Talking-Film, in dem er Ethan Hawke und Julie Delpy sich in einer durchquatschten Nacht ineinander verlieben lässt, hätte er ohne Tarantino nie machen dürfen.

Boogie Nights

PAUL THOMAS ANDERSON, USA, 1997

Eine zärtlich-ironische Bestandsaufnahme der Porno-Branche im San Fernando Valley der 70er, begleitet von einem großartig ausgewählten Soundtrack: Mit seinem dritten Film erweist sich Paul Thomas Anderson als visionäre Schnittstelle zwischen Tarantino und Scorsese. Und zeigt bereits seine Vorliebe für epische Plansequenzen.


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