Klubtour

DJ Hell im Interview: „Ich hab immer versucht, mich neu zu erfinden“

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Man soll ja vorsichtig sein mit dem Ausdruck „lebende Legende“. Zu inflationär wird er benutzt in Zeiten, in denen Medienmacher sich darüber einig zu sein scheinen, die Welt wäre am besten in Superlativen zu erklären. Helmut Geier alias DJ Hell ist eine lebende Legende. Seit über 30 Jahren ist er im Dienst der elektronischen Musik unterwegs.

Seine erste Single „My Definition Of House Music“, 1992 auf dem belgischen Label R&S veröffentlicht, wurde ein Club-Hit und reihte Hell in die erste Generation von Techno-DJs ein, die auch als Produzenten tätig waren – heute quasi ein Muss. Mit seinem Label International Deejay Gigolos verbindet Hell seit 20 Jahren Musik, Image, Kunst und Style in einem ganzheitlichen Ansatz.

DJ Hells fünftes Album ZUKUNFTSMUSIK ist ein liebenswürdiger Widerspruch in sich: Das Album ist einerseits eine Hommage an die Gay Community, aus der sich der frühe House und Techno und die Clubkultur, wie wir sie kennen, entwickelt haben, andererseits ist es die fast völlige Emanzipation von dieser Clubkultur, weil Hell zusammen mit seinem musikalischen Direktor Peter Kruder in Wien eine Sammlung von düsteren elektronischen Popsongs, Ambient-artigen Passagen, experimentellen Tracks und orchestralen Instrumentals aufgenommen hat.


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Ähnlich wie sein letztes Album TEUFELSWERK vor acht Jahren ist auch ZUKUNFTSMUSIK die Fortschreibung und Rekontextualisierung der Musik, die DJ Hell sozialisiert hat – Glam-Rock, Berliner Schule, Disco, New Wave, EBM, House, Techno.

Wir treffen DJ Hell an einem Nachmittag in einem Café in Berlin-Mitte. Der 54-Jährige ist wie immer perfekt gekleidet mit dunklem Anzug, Rollkragenpullover und langem Mantel. Seine zurückhaltende, fast schüchterne Art sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ganz genau weiß, was er will.



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