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Es gibt jetzt eine App, die wie Shazam funktioniert – nur für Kunst

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Apps wie Shazam und Soundhound machen uns das Leben so viel leichter. Nach nur wenigen Sekunden kann man den Titel und Interpreten des Songs erfahren, der gerade in der Bar, bei Freunden oder im Radio läuft, und ihn in seine eigene Playlist aufnehmen. Nicht selten kommt es vor, dass man sich diese Methode bei manch anderen Situationen herbeiwünscht.

Zumindest Kunstfans kann dank einer neuen App nun auf eine ähnliche Weise geholfen werden. Smartify lässt Euch beim nächsten Museumsbesuch die Kunstwerke identifizieren und bietet außerdem weitere Informationen darüber an. Die Augmented-Reality-App, die es sowohl für iOS als auch Android gibt, nutzt die Kamera, um zum Beispiel Gemälde zu erkennen und das geht in etwa so schnell wie das Scannen von QR-Codes. Daraufhin erscheinen jegliche Informationen über das Werk – Künstler, Titel und die gesamte Entstehungsgeschichte und Hintergründe. Zwar stehen Künstler, Titel und Jahr meist neben den Ausstellungsstücken und fast jedes Museum bietet begleitende Audioguides an, die eben diesen Zweck erfüllen. Aber seien wir mal ehrlich – wer holt sich schon einen dieser Guides, die meist einen Aufpreis bedeuten. Das Smartphone hingegen ist stets dabei, auch im Museum. Nur am Empfang darf es nicht hapern.

https://youtu.be/v8qwQrzRpuo

Information und Interpretationshilfe zugleich

All denjenigen, die sich mit konkreter, abstrakter und zeitgenössischer Kunst schwer tun, könnte Smartify auf die Sprünge helfen. Durch erweiterte Informationen zu dem Werk, wird es für den Betrachter einfacher, Kunst in den Kontext zu setzen, das Gesehene zu verstehen und selbst zu interpretieren.

Bisher kann man die App nur in bestimmten Museen benutzen, deren Werke in einer Datenbank erfasst sind. Dazu gehören renommierte Museen wie das Metropolitan Museum of Art in New York, die National Gallery sowie die Royal Academy of Art in London, aber auch die Eremitage im russischen Sankt Petersburg. Alle teilnehmenden Museen könnt iIhr auf der Webseite von Smartify einsehen oder natürlich in der App. Die benachrichtigt einen auch, wenn neue Orte hinzukommen. Neben Ausstellungsstücken in Museen erkennt die App aber auch Skulpturen auf der Straße.

Eigene Kunstsammlungen anlegen, neue Werke entdecken

Die App finanziert sich durch Unterstützung von der US-Regierung, die jährlich etliche „Government Grants“ vergibt, um genau solche Projekte zu unterstützen, und durch die beteiligten Museen. Leider enthält die App auch Werbung, aber man muss kein Konto erstellen, um sie zu nutzen. Der Vorteil eines Nutzerkontos liegt darin, dass man seine eigene Kunstsammlung aus den Werken, die einem gut gefallen haben, erstellen kann. Auf der Basis erhält man weitere Vorschläge und kann außerdem einsehen, welche Werke am beliebtesten sind, oft gescannt werden und welche Museen mit Smartify-Nutzung sich in der Nähe befinden.

Auf der Homepage möchten die Macher der App noch mehr Museen für die Teilnahme anwerben. Als gute Gründe für Smartify nennen sie beispielsweise, dass die Museen ihr Publikum genauer bestimmen können und anhand der Daten herauslesen können, was die Besucher am meisten intessiert oder gar irritiert. Smartify behält sich auch das Recht vor, die Daten an Kunstorganisationen zu verkaufen.

https://youtu.be/ZaTInqlbhag

Wie lange Smartify sich auf dem Markt halten kann, ist in Zeiten der fortschreitenden Technik schwer zu sagen, vor allem da die Experimente mit Augmented Reality auf dem Vormarsch sind. Doch laut den Machern hat sich bereits eine weltweite Community von Kunst-Enthusiasten gefunden, die die App nutzen. Und falls mehr Museen sich daran beteiligen, könnte Smartify sogar die Audioguides ersetzen.


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