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Gigi Hadid veröffentlicht Statement zur Attacke auf der Fashion Week

Wir erinnern uns: Am vergangenen Mittwoch hat der ukrainische Celebrity-Stalker und Pranker Vitalii Sediuk nach der Max Mara Show nach der Mailänder Fashion Week Gigi Hadid angegriffen. Das Model hat sich gewehrt und sich freigeboxt. Was folgte, war nicht nur erstklassiges Fotomaterial, sondern auch Schlagzeilen, die Gigi für ihr „nicht vorbildhaftes Verhalten“ an den Kopf warfen. Im Lenny Letter – dem feministischen Newsletter, den „Girls“-Erfinderin Lena Dunham gemeinsam mit Jenni Konner herausbringt – äußert sich das Model erstmals ausführlich zu dem Angriff. Im Text selbst geht es nicht ausschließlich um die Attacke, sondern auch um das Thema „Street Harassment“. Im Deutschen gibt es keine genaue Übersetzung zu dem Wort, gegenüber dem Missy Magazine definiert Holly Kearl (Expertin zum Thema geschlechtsspezifischer Gewalt) den Begriff als  „geschlechtsspezifische Belästigung in öffentlichen Räumen, genauer: Wenn Männer versuchen, mit sexualisierenden Blicken, Worten oder Gesten die Aufmerksamkeit von ihnen unbekannten Frauen oder eine Interaktion mit ihnen zu erzwingen“.

Im Vorspann zu Gigis Text schreibt die Newsletter-Betreiberin Lena Dunham selbst einen Essay zu den Vorfällen: „In einem kurzen Moment macht Gigi klar, wer die Kontrolle hat und über wen die Kontrolle ergriffen werden muss.“ Am Ende ihres Textes schreibt sie: „Wir haben alle unsere liebsten Model-Momente: Lina, Christi und Naomi in der Badewanne. Kate Moss‘ erste Calvin-Klein-Werbungen. Helena Christensen tanzend am Strand zu ‚Wicked Game‘. Lasst uns Gigis Befreiungsmoment zu dieser Liste hinzufügen“.

Gigi Hadid bei der Max Mara Show, die direkt vor dem Angriff stattfand
Gigi Hadid bei der Max Mara Show, die direkt vor dem Angriff stattfand

Am Anfang ihres eigenen Textes geht Gigi auf einen Artikel mit der Headline „Not model behavior“ (Anm. der Redaktion: die Autorin nutzte die Worte ‚model behavior‘ als Verbildlichung für Hadids Arbeit als Model) vom britischen Boulevardblatt The Sun ein: „Ich war richtig sauer. Erst einmal ist es eine Frau, die diese Story mit dieser Headline geschrieben hat. Was würdest du deiner Tochter raten? Wenn mein Verhalten nicht vorbildhaftes Verhalten ist, was ist es dann?“

Kooperation

Im nächsten Absatz spricht Gigi darüber, wie ihre Mutter sie erzogen hat: „Meine Mutter hat mir die Kraft von Instinkten gelehrt, seitdem ich ein Kind bin. Sie hat immer gesagt: „Ok, achte auf Menschen, die dich unbehaglich fühlen lassen. Ich möchte, dass du das erschließt und dir dessen bewusst bist.“ Das Model sieht den Vorfall und ihre Reaktion allerdings nicht als Einzelfall, sondern sieht einen generellen Zusammenhang zum Thema Belästigung: „Ich weiß, dass Menschen sich tagtäglich in viel schlimmeren Situationen befinden und keine Kameras haben, die Social-Media-Reaktionen provozieren. Ich möchte nur das, was mir widerfahren ist, nutzen, um zu zeigen, dass Selbstverteidigung das Recht von jedem ist, und das sie einen stärken kann.“ Gigi selbst übt sich seit längerem in Selbstverteidigung und Boxen und ist Mitglied im bekannten Gleason’s Gym in Brooklyn. Das Video, das von dem Angriff gemacht worden ist, wird von dem Model nicht verurteilt: „Ich möchte, dass Mädchen das Video sehen und wissen, dass sie zurück kämpfen müssen, wenn sie in einer ähnlichen Situation sind.“

Gigis Angreifer, der Journalist Vitalii Sediuk, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Celebrities auf dem roten Teppich oder auf offener Straße  oder sie auf dem roten Teppich böse Streiche zu spielen. Zu seinen Opfern zählten bereits Kim Kardashian, Bradley Cooper oder Brad Pitt. Den Angriff auf der Fashion Week Mailand hat er auf Instagram damit begründet, dass ihm Models wie Gigi Hadid und Kendall Jenner nicht „High Fashion genug wären“.

Auch auf Twitter gibt es bereits erste Reaktionen zum Statement des Models:

https://twitter.com/aelaaaaa23/status/780755850021384192

Ohne Photoshop: Lena Dunham und Jemima Kirke in Dessous für „Lonely Lingerie“

 

 

Antonio de Moraes Barros Filho WireImage | Getty

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