Highlight: Die besten Filme auf Netflix – sortiert nach Genre

Harold Ramis‘ 8 unvergesslichste Komödien

Regisseur, Autor und Schauspieler Harold Ramis ist in der Nacht zum 25. Februar an den Folgen seines vierjährigen Kampfes mit der Autoimmunkrankheit Vaskulitis verstorben.

Ob auf Geisterjagd mit Dan Aykroyd und Bill Murray in „Ghostbusters“ oder mit den Griswolds in „Die schrillen Vier auf Achse“ auf USA-Tour – besonders während der achtziger Jahre erschuf Regisseur Harold Ramis ein halbes Dutzend Komödien, die man getrost als Klassiker des Humorfachs betrachten darf.

Aufgewachsen in Chicago, wo er auch seine ersten schauspielerischen Karriereschritte im Rahmen der Comedy- und Improvisationstruppe Second City wagte, hatte Ramis 1978 mit dem Drehbuch zu „Ich glaub‘ mich tritt ein Pferd“ (National Lampoon’s Animal House) den großen Durchbruch, bevor er vorrangig als Regisseur und Autor in den nächsten Jahren das Genre mit weltweiten Blockbusterhits wie „Ghostbusters“ und „Und täglich grüßt das Murmeltier“ umkrempelte.

Hier die Liste der wichtigsten Ramis-Komödien, die wir uns am Wochenende im Tribut-Comedy-Marathon zu Gemüte führen werden.

Ich glaub‘ mich tritt ein Pferd („National Lampoons Animal House“) (1978)

Der Film, der das Comedy-Imperium der National-Lampoon-Truppe endgültig zum nationalen Erfolgsphänomen machte: Für ein mehr als bescheidenes Budget vom jungen Regisseur John Landis abgedreht, der damit den Grundstein seiner Filmkarriere legte, wurde „Animal House“ nicht nur zum Megaerfolg an den Kinokassen, sondern lieferte zudem die Blaupause für alle weiteren College-Komödien.

Harold Ramis hatte dabei zusammen mit zwei Kollegen Geschichten aus dem National-Lampoon-Magazin zum Drehbuch umgeschrieben, die auf Collegeerfahrungen basierten. Eine der Nebenrollen spielte kein Geringerer als Ramis‘ langjähriger Kollege und SNL-Shooting Star John Belushi.

Was wir in den Achtzigern daraus gelernt haben: Der Rektor ist immer böse und Fraternity-Vereinigungen der einzige Grund, ans College zu gehen.

Caddyshack (1980)

Ramis erster Regie-Gig, in dem er gemeinsam mit dem Murray-Clan aus Bill, John und Brian die Sommerjoberfahrungen seiner Jugend zur gaggespickten und oft unverfroren albernen Golferkomödie umfeilte. Die improvisierten Dialoge und Szenen trieben zwar einige der Darsteller an den Rande des Wahnsinns, standen aber ganz in der Tradition von Ramis und Bill Murrays Second-City-Bühnen- und TV-Erfahrungen.

Der zweite große Coup von Ramis nach dem Erfolg von „Animal House“, der trotz durchwachsener Kritiken innerhalb kürzester Zeit zum Kulthit wurde und die Popkultur um mindestens ein Dutzend unvergesslicher Zitate erweiterte.

Was wir in den Achtzigern daraus gelernt haben: Nagetiere sind scheinbar eine der sieben Plagen Gottes. Und Golf sehr viel lustiger als vermutet.

Ich glaub‘ mich knutscht ein Elch („Stripes“) (1981)

Nach vielversprechendem Arbeitsnachweis mit zwei Komödienhits in Folge, durfte Ramis dieses Mal in der Kombination aus Autor und Darsteller zu Gange sein, während Ivan Reitman als Regisseur hinter der Kamera stand. Reitman hatte zwei Jahre zuvor Murrays ersten Film ins Kino gebracht, jetzt legte das Trio gemeinsam einen der größten Kinoerfolge des Jahres hin: 85 Millionen Dollar sollte die Militärklamotte einspielen.

„Stripes“ war nicht nur der große Durchbruch von Reitman, Ramis und Murray, sondern zugleich erster großer Erfolg für spätere 80er-Filmgrößen wie John Candy, Judge Reinhold und John Diehl.

Was wir in den Achtzigern daraus gelernt haben: Die Armee ist gar kein so schlechter Ort, wenn man Bill Murray als Kumpel hat.

Die schrillen Vier auf Achse („National Lampoon’s Vacation“ )

Die goldenen Zeiten der Achtzigerkomödien brechen an: National Lampoon stürmt im Anschluss an den Erfolg von „Animal House“ endgültig ins Kinogeschäft, Ramis darf nach Drehbuch eines weiteren 80er-Gottes (John Hughes) die Griswold-Familie durch ihren Urlaubsalbtraum schicken. Was wahlweise als „Satire auf den amerikanischen Traum“ oder lockerer Klamauk gesehen wurde.

Nicht nur ein weiterer Kinokassenerfolg, der Ramis’ Strähne fortsetzte, sondern zudem der Grundstein einer ganzen Reihe von Griswold-Filmen, die vor drei Jahren mit „Hotel Hell Vacation“ noch letzte Lebenszeichen von sich gaben.

Ghostbusters

Erneut mit Ivan Reitman als Regisseur, mit Bill Murray in der Hauptrolle und einem Drehbuch von Ramis übertraf die übernatürliche Komödie den angepeilten Erfolg von „Caddyshack“ um Längen: Der zweiterfolgreichste Film des Jahres, den noch dazu notorisch gestrenge Kritiker wie Roger Ebert und Richard Schickel in den Himmel lobten.

Ramis verfasste – basierend auf Dan Aykroyds Faszination mit dem Übernatürlichen – das Drehbuch und stand als Geisterjäger Dr. Egon Spengler vor der Kamera. Ein Zufall, denn eigentlich sollten Aykroyd, John Belushi, Eddie Murphy und John Candy die vier Geisterjäger stellen.

Was wir in den Achtzigern daraus gelernt haben: NEVER CROSS THE STREAMS!

Und täglich grüßt das Murmeltier („Groundhog Day“ )

Knapp zehn Jahre war es nach „Ghostbusters“ vergleichsweise still um Ramis. Nach Drehbüchern für „Caddyshack“- und „ Ghostbusters“-Sequels kehrte er schließlich gemeinsam mit Bill Murray zurück. Das Ergebnis: ein weiterer unbestrittener Komödienklassiker.

Leider bedeutete der Film aber auch das Ende der Freundschaft zwischen Ramis und Murray, die nach allerhand Streitigkeiten für zehn Jahre den Kontakt abbrachen. So ist uns wahrscheinlich wenigstens „Groundhog Day II“ erspart geblieben.  

Was wir in den Neunzigern daraus gelernt haben: „I Got You Babe“ ist ein schrecklicher Song.

Reine Nervensache („Analyze This“)

Die Komödie über Mafiaboss Paul Vitti (Robert De Niro) und seinen Psychoanalytiker Ben Sobel (Billy Crystal) funktionierte nicht zuletzt auf Grund von De Niros schauspielerischem Gangster-Vorleben hervorragend, auch wenn Ramis‘ Hit von 1999 im Nachhinein betrachtet erstaunlich schlecht gealtert ist.

Als letztes klassisches Komödien-Hurra von Ramis – in Hinblick auf die folgenden Fehlgriffe „Bedazzled“ und „Analyze That“ – ist „ Reine Nervensache“ dennoch ohne Frage eine kleine Ehrung wert.

Was wir in den Neunzigern daraus gelernt haben: Auch Mafiosi haben Ängste.

The Ice Harvest

Klamauk und Kalauer waren gestern. Mit diesem pechschwarzen Krimistück zeigte Ramis eine unerwartete Seite von sich: Als bitterböser Anti-Weihnachtsfilm mit einer Infusion eiskalten Humors, der neben dem wunderbar lakonischen John Cusack mit Oliver Platt, Billy Bob Thornton und Randy Quaid aufwartet.

Leider auch der letzte wirklich gute Film von Ramis, denn der 2009 erscheinende „Year One“, in dem sich das SNL- und Second City-Urgestein Ramis mit den Brat-Pack-Komödianten aus dem Dunstkreis von Judd Apatow versuchte, sollten wir wohl lieber alle schnell vergessen.

Was wir in den Nullern daraus gelernt haben: eine der ältesten Weisheiten des Kriminalfilms – klaue niemals Geld von der Mafia!


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