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„Herz statt Hetze“: Auch Madsen treten in Chemnitz auf – aber schon am Samstag

Deutschlands Pop-, Rock- und HipHop-Szene macht mobil gegen die rechten Demonstranten in Chemnitz und Ausländerfeindlichkeit: Nachdem erst Casper und Marteria ein Gratis-Konzert für den kommenden Montag ankündigten und mit weiteren Bestätigungen von Kraftklub, Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z, Trettmann innerhalb von 24 Stunden ein richtiges Festival daraus erwuchs, könnte am Samstag – im kleineren Stile – ähnliches passieren: Madsen haben unter dem Titel „Herz statt Hetze“ ein kostenloses Konzert um 16:30 Uhr auf dem Parkplatz an der Johanniskirche in Chemnitz angekündigt, weitere Acts sind laut Pressemitteilung in Planung.

In der Ankündigung heißt es, Madsen hätten sich auf Anfrage vom „Bündnis Chemnitz Nazifrei“ dazu entschlossen, „gemeinsam mit den Chemnitzern auf die Straße zu gehen, die sich nicht damit einverstanden erklären, dass braunes Gedankengut, getarnt als Anteilnahme im öffentlichen Raum, ein Forum bekommt.“

Das Statement der Band selbst geht so:

Kooperation

„Wenn eine Horde rechter Idioten durch Chemnitz rennt und auf alles eindrischt, was nicht Ihrer Meinung ist, dann ist das mehr als besorgniserregend. Wegschauen und schweigen ist gerade keine Option. Wir müssen uns dagegen wehren und zeigen, dass dieses Land tolerant, weltoffen und friedlich sein sollte. Hier geht es nicht um das Kleinreden einer tragischen Tat. Wir verurteilen es jedoch zutiefst, wenn solche Vorkommnisse für rechtspopulistische Zwecke missbraucht werden. Die Menschen in Chemnitz brauchen jetzt Unterstützung – jeden Tag. Deswegen kommen wir schon am Samstag und lassen die Musik an – gegen Faschismus!“

Abschließend heißt es in der Erklärung, dass ein „breites Bündnis aus Vereinen, Stadtgesellschaft, Parteien und Gruppen auch diesen Aufmarsch und die damit verbundene Instrumentalisierung des schrecklichen Mordes eines jungen Mannes nicht unwidersprochen hinnehmen wird“.

Madsen haben am 15. Juni 2018 ihr siebtes Album LICHTJAHRE veröffentlicht.

Hitlergruß vor Polizisten und Fernsehkameras

In Chemnitz „demonstrierten“ nach einem Aufruf der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ am Sonntag und Montag hunderte Menschen teilweise offenkundig faschistisch gegen eine angebliche Überfremdung des Landes. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und den Gegendemonstranten. Einige Teilnehmer der als Mahnwache angekündigten Demonstration zeigten vor laufenden Kameras und auch für die Polizei gut sichtbar den Hitlergruß, tragen Nazi-Symbolik und Schlaghandschuhe, auf Plakaten standen dazu Sprüche wie „Wir sind bunt – bis es blutet“ und „(Kriminelle) Ausländer raus“. Exekutive und Staat schienen mit der Situation überfordert. Ein Polizeisprecher gab am Montagabend zu, dass mit so vielen Teilnehmern nicht gerechnet worden sei.

Auslöser für die Unruhen in Chemnitz war der Tod eines 35-jährigen Mannes aus Chemnitz nach einer Messerstecherei in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Herkunft der mutmaßlichen Täter – gegen einen Syrer und einen Iraker wurden Haftbefehle erlassen – wurde von einigen tatsächlich besorgten Bürgerinnen und Bürgern, Rechten, Rechtsradikalen und selbsterklärten Identitären als „Argument“ instrumentalisiert, ihre Fremdenfeindlichkeit offen und medienwirksam zur Schau zur stellen.

Der Termin: Samstag, 01. September 2018, ab 15:00 Uhr, Parkplatz an der Johanniskirche, Chemnitz, Madsen treten gegen 16:30 Uhr auf.


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