HipHop-Produzent Michel wurde Opfer von brutaler Polizeigewalt

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Die Aufnahmen zu diesem Fall von Polizeigewalt schockiert ganz Frankreich: Am Abend des 21. Novembers soll der Produzent Michel im Eingang seines Musikstudios in Paris brutal von Polizisten zusammengeschlagen worden sein. Jetzt wurden Videoaufnahmen zu dem Vorfall veröffentlicht.

Was war geschehen?

In einem Interview mit dem französischen Nachrichtenmagazin Loopsider berichtete Michel, dass er in das Studio gegangen sei, nachdem er vor der Tür ein Polizeiauto gesehen habe. Er hatte sich zuvor unsicher gefühlt, da er sich auf der Straße ohne Atemschutz-Maske aufgehalten habe, die in Frankreich aufgrund der Corona-Pandemie überall getragen werden muss. Die Aufnahmen zeigen, wie die Tür des Studios aufgebrochen wird, worauf Michel von zwei Polizisten auf engstem Raum geschlagen und getreten wird und das über mehrere Minuten hinweg. Währenddessen soll der Produzent rassistisch beleidigt worden sein. Verstanden habe er Sätze wie: „Du schmutziger N***a.“

Glücklicherweise befanden sich zur selben Zeit Künstler in dem Studio, die zur Hilfe kamen. Fotos von Michel nach dem Vorfall zeigen, dass er sich schwere Verletzungen zuzog. Die Aufnahmen der Überwachungskamera wurden eine Woche nach dem Vorfall veröffentlicht. Die Polizisten, die vorläufig aus dem Dienst entlassen wurden, gaben an, Michel hätte sich aktiv zur Wehr gesetzt.

Wer ist Michel?

Michel arbeitet als Produzent für die Black Gold Studios, die vor allem junge HipHop-, Trap- und Dancehall-Talente durch Studio-Aufnahmen, Beatproduktionen und Booking unterstützen. Nach der Veröffentlichung der Tat bekam Michel viel Zuspruch aus der HipHop-Szene in Frankreich. Der Rapper Mystik schrieb beispielsweise in einem Statement auf Instagram: „Meine Gedanken sind bei Michel, seinen Verwandten und den jungen Künstlern, die bei ihm waren (…) Ich bin besorgt über den psychologischen Zustand der jungen Künstler, die zum Tatzeitpunkt anwesend waren. Alle wissen sehr gut, was wir zu lange erleben mussten. Wir riefen es, wir schrien es, unser Blut wurde vergossen und viele starben.“

Kein Einzelfall

Der Vorfall kommt für Frankreichs Regierung zu einem ungünstigen und gesellschaftlich brisanten Zeitpunkt, der Proteste laut werden lässt. Das Unterhaus des Parlaments hatte kürzlich einen Gesetzesentwurf angenommen, der die Möglichkeit zur Video-Aufzeichnung von Polizeieinsätzen einschränken soll. Die Debatte um das Gesetz wurde bereits durch einen dokumentierten Vorfall angefeuert, bei dem ein Migrantencamp brutal von Polizisten geräumt wurde.


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