Label-Vorsitzender von Public Records wird der sexuellen Belästigung beschuldigt

Charlie Walk, Vositzender des Labels Republic Records, bei dem unter anderem Ariana Grande, James Blake, The Weeknd, Kid Cudi und Nicki Minaj unter Vertrag sind, wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Eine frühere Mitarbeiterin des Musikproduzenten, Tristan Coopersmith, veröffentlichte einen offenen Brief an Walk. In dem Schreiben auf Coopersmiths Website „Life Lab“ heißt es, Walk hätte seine Machtposition missbraucht, nachdem er sie als Abteilungsleiterin bei einem Plattenlabel (Anm. d. Red.: Sony) eingestellt hatte.

Er hätte der damals 27-Jährigen „Möglichkeiten jenseits ihrer wildesten Vorstellungen“ gegeben, ihr aber auch täglich Bauchschmerzen bereitet. Walk hätte Coopersmith anzügliche Nachrichten geschickt und unangemessene Bemerkungen gemacht, sie bei Geschäftsessen unter dem Tisch berührt und sie während eines Fests bei sich zu Hause auf sein Bett geschubst.

Coopersmith, heute Psychotherapeutin, schreibt, sie hätte sich damals an einen Ansprechpartner gewandt, der ihr Geld und einen „eleganten Abgang“ anbot, aber nur unter der Prämisse, dass sie nichts über die Vorfälle sagen würde. Sie „nahm das dreckige Geld“, wie Coopersmith schreibt, und zog nach Los Angeles. Während sie weiterhin in der Musikindustrie arbeitete, hatte sie ähnliche Begegnungen mit Männern, heißt es in ihrem Brief.

Sony Music lehnte eine Äußerung ab

Ein Sprecher der Universal Music Group, zu der Republic Records gehört, sagte: Obwohl der Blog-Post sich auf eine Zeit vor Walks Beschäftigung bei Rebublic Records bezieht, „nehmen wir die Anschuldigungen sehr ernst und beabsichtigen, eine vollständige Überprüfung der Angelegenheit durchzuführen“. Ein Sprecher von Sony Music hingegen lehnte eine Äußerung ab.

Walk hat inzwischen alle Vorwürfe zurückgewiesen: „Es ist sehr erschütternd von diesen falschen Anschuldigungen zu hören, von jemandem, die vor 15 Jahren mit mir gearbeitet hat – ohne Vorfälle“. Er sei immer ein Unterstützer der Frauenbewegung gewesen und hätte zum ersten Mal von einer solchen Anklage gehört.

In ihrem Post schreib Coopersmith abschließend, sie wünsche Walk nichts Schlechtes, sondern einen Wandel, damit er seine „Macht für Gutes einsetzen kann“. Die Psychotherapeutin beendete vor acht Jahren ihre Karriere in der Musikbranche und gründete 2016 ihre Website „Life Lab“. Ihr Brief erschien einen Tag nach den Grammy-Awards 2018, die erneut Diskussionen um die Bewegungen Time’s Up und #MeToo entfachten.



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