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Meinung

Preis für Popkultur 2018: 5 Dinge, über die wir noch reden müssen

Der Preis für Popkultur will so anders sein, so viel anders machen. Das fällt bereits daran auf, dass der stiftende Verein zur Förderung der Popkultur nicht etwa – wie so viele andere Awards – im Frühjahr, sondern im Herbst zur Preisverleihung lädt. Man ist hier ja unter alternativen, unabhängigen Köpfen, da hält man sich natürlich nicht mit tradierten Strukturen der Unterhaltungsbranche auf.

Das ist auch der Anreiz des 2016 erstmals verliehenen Preises für Popkultur: Man will ein ernstzunehmender Award sein, der das Werk von Künstlern und Künstlerinnen ehrt – und nicht nur deren Abverkaufs- und Streamingzahlen. Ehrenhaft allemal. Doch auch der PFP hat mit den Problemen zu kämpfen, die dem verhassten und schlussendlich zu Grabe getragenen Echo stets vorgehalten wurden. Und so gibt es auch nach der Verleihung des Preises für Popkultur 2018 die ein oder andere Sache, über die noch einmal gesprochen werden muss.

Wenn Basisdemokratie gut gemeint ist – und anscheinend nicht funktioniert

Der Preis für Popkultur rühmt sich damit, dass er basisdemokratisch von den (zahlenden) Mitgliedern des stiftenden Verein zur Förderung der Popkultur gewählt wird. Der hat bereits um die 800 Mitglieder, die aus der Musik- und Medienbranche stammen – und anscheinend etwas wahlfaul sind. Das kreidet zumindest Vereinsvorsitzende Anne Haffmans bei der Begrüßung im Foyer des Tempodroms an. Zwar hätten die Mitglieder über 500 Nominierungen eingereicht, die Teilnehmerzahl in den beiden Abstimmungsphasen sei jedoch weit unter den Erwartungen geblieben. Und jeder, der etwas Mathekenntnisse hat, weiß, was für enorme Auswirkungen das auf eine Wahl haben kann: Je geringer die Zahl an abgegebenen Stimmen ist, desto höhere Ergebnisse können bereits kleine Gruppen aus der absoluten Anzahl der Wahlberechtigten erwirken. Ergo: Stimmt etwa das gesamte Management Trettmanns geschlossen für ihren Schützling als „Lieblingskünstler“, kann es ihnen herzlich egal sein, wenn sonst niemand abgestimmt hat.

Jeder spricht von Gleichberechtigung – doch keiner macht was dafür

Wieder geht Anne Haffmans bereits vor der eigentlichen Preisverleihung in die Offensive: Die Kritik an der Nominiertenliste der bisherigen und diesjährigen Verleihung des Preises für Popkultur sei angebracht. Auch 2018 waren in 10 geschlechtsneutralen Kategorien gerade einmal drei Künstlerinnen und zwei Journalistinnen nominiert – viel zu wenige bei ingesamt 50 Nominierten in den Kategorien. Der stiftende Verein versuche die Geschlechtergleichberechtigung zu leben, bereits 35 Prozent der Mitglieder seien weiblich, im Vorstand seien sogar mehr Frauen als Männer vertreten, verteidigt sich der Veranstalter. Doch verwalterische Gleichberechtigung ändert nichts daran, dass die deutsche Poplandschaft weiterhin eine „Würstchenparade“ ist, wie es der ehemalige Intro-Chefredakteur Daniel Koch später auf der Bühne ausdrückt. Trotz aller ehrenhaften Worte und Bemühungen des Vereins zur Förderung der Popkultur liegt offensichtlich ein strukturelles Problem in der deutschen Popmusik vor. Anders lässt es sich nicht erklären, dass kein einziger geschlechtsunabhängiger Preis an eine Künstlerin verliehen wurde.



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