Album der Woche

Anaïs Mitchell Anaïs Mitchell


BMG/Warner (VÖ: 28.1.)

von

Spätestens seit ihrer meisterhaften Orpheus-Umdeutung HADESTOWN (2010) zählt Anaïs Mitchell zu den großen Songwriterinnen Amerikas. Mittlerweile ist aus dem Album ein erfolgreiches Musical geworden, das ihr acht Tony-Awards eingebracht hat. Als Songwriterin sucht Mitchell nach göttlichen Momenten in banalsten Dingen. Weil das Finden seine Zeit braucht, erscheinen ihre Soloalben recht selten, zumal sie als Sängerin für die Projekte Bonny Light Horseman und Big Red Machine auch Gruppenverpflichtungen erfüllt.

🛒  ANAÏS MITCHELL bei Amazon.de kaufen

Dass sie ihrer ersten Platte nach acht Jahren Pause ihren eigenen Namen gegeben hat, ist eine konsequente Entscheidung: Mitchell schrieb viele der Songs während ihrer Schwangerschaft, in deren Verlauf sie in die alte Heimat Vermont, zurückzog. Der Song „Brooklyn Bridge“ erzählt von diesem Aufbruch zurück in die Vergangenheit, „Bright Star“ vom „wine of ages“, der einem Menschen zwar auch keine Weisheit schenkt, aber immerhin eine Ahnung davon, wer man ist. Mitchells Musiker*innen (darunter Aaron Dessner) wissen, was sie zu tun haben: tupfen und zupfen statt schrammeln und lärmen.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Dehd :: Blue Skies

Indie-Rock, der selbst die größten Schmollmöpse dazu bringt, die Welt umarmen zu wollen.

Finna :: Zartcore

Selbstzweifel, Witz und Empathie formen das vielfältige Debüt der Hamburger Rapperin.

Kendrick Lamar :: MR. MORALE & THE BIG STEPPERS

Der König kehrt zurück und lotet die experimentellen Grenzen von HipHop und die Untiefen des transgenerationalen Traumas aus. Unsere Platte...


ÄHNLICHE ARTIKEL

Shamir covert „Dsharpg“ von Sharon van Etten

Der Song ist Teil des Cover-Albums EPIC TEN. Außer Shamir werden darauf unter anderem Big Red Machine, IDLES, Courtney Barnett und Fiona Apple zu hören sein.

Mit Fucked Up, Element of Crime und Mavi Phoenix: 10 neue Alben, die diese Woche erschienen sind

Cat Power wandert zurück zu ihren Folk-Wurzeln, Element of Crime bleiben ihrem stoisch-melancholischen Chanson-Rock treu und die Berliner Postpunks Trucks sind „Jenseits von D”.

Mit Blood Orange, Interpol und Tunng: 13 neue Alben, die jetzt erschienen sind

Diesen Freitag haben wir eine Mischung aus müden Songwritern, wilden Gitarrenriffs, queerem Neosoul, einer Indie-Retterin aus London und sogar Das Paradies für Euch.


Alben der Woche: Florence + the Machine, Kat Frankie und Perel
Weiterlesen