Anna Erhard Campsite


The Orchard (VÖ: 9.9.)

von

Den Hang zum einfachen Leben hatte Anna Erhard offenbar schon, als sie mit ihrer Band Serafyn Straßenmusik in der Schweiz machte. Erhards zweites Soloalbum nach ihrem Umzug von Basel nach Berlin heißt nicht nur CAMPSITE, es widmet sich auch in mehreren Songs den Freuden und Leiden des Draußenseins. „I used to have a good time at the campsite / I was the leader ’cause I had the most mosquito bites“, singt Erhard im Titeltrack, dazu fiept und bleept der Synthie aufs Allerherrlichste.

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Denn man sollte sich Erhards Outdoor-Trip nicht allzu handgestrickt-folkig vorstellen, sondern schön abwechslungsreich wie eine Wanderung durch Berg und Tal: Mit ihrem bewährten Producer Pola Roy schraubt Erhard lässig dahersneakende Hits wie „Horoscope“ oder „90°“ zusammen, die allerdings mehr Urban Style als Lagerfeuerromantik verbreiten.

Die stellt sich eher bei gitarrenbetonten Songs wie „Family Time“ oder „Three Tons Of Steel“ ein, während „I Wish“ so lässig und abgehangen klingt wie ein Surfsong von Jack Johnson. In jedem Track finden sich kleine Überraschungsmomente, spooky Stimmen, die wie Mücken von überall her zu kommen scheinen, oder die Dinosaur-Jr.-Gedenkgitarre in „Idiots“. Prima Platte, nicht nur für die Sommerferien.


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