Bibio Ribbons


Warp/Rough Trade (VÖ: 12.4.)  

Das Porträt des Künstlers als blühende Wiese inmitten eines Waldes, durchzogen von den titelgebenden Bändern. Nun interpretieren Sie mal schön! Wenn das Cover des neuen Bibio-Albums keinen astreinen Stoff für eine Korrespondenzanalyse zwischen Bild und Ton hergibt, dann weiß ich auch nicht.

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Den britischen Produzenten und Songwriter Bibio hat es diesmal in die weiten Auen von Folk und Psychedelic Pop verschlagen, nicht zu vergessen dieser liebliche Blümchen-Soul, der einen Song wie „Before“ erobert hat. Überhaupt: Bibio kehrt nach seiner Ambient-Platte PHANTOM BRICKWORKS (2017) zu einem klar definierten Songwriting zurück, und wenn wir einen Track wie „Curls“ mit seinen Fiedeln hören, dürfen wir uns auf ein Irish-Folk-Fest katapultieren, auf dem Rasen vor dem Pub tänzelnd.

Wir hören Lieder zur Akustischen, die einer Sammlung eines vergessenen Songwriters aus den Siebzigern entstammen könnten, entdecken sanfte Petitessen aus dem Grün („Watch The Fies“) oder gehen mit Bibio in einen Afternoon Club, wo sie mit einem groovenden Funk-Pop-Track den Sound für den Abend testen. Vielleicht hat Bibio auch Mike Oldfield aus der Echokammer befreit („Frankincense And Coal“). Ist auf jeden Fall alles selbst eingespielt und ganz fein miteinander verbunden. Es duftet so gut in diesem „Patchouli May“. 

Kooperation


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