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Bryan Ferry And His Orchestra Bitter-Sweet 


BMG/ADA/Warner 

Too clever, Mr. Ferry! Jetzt mit einer delikaten Sammlung von Roxy-Retro-Modellen auf den Markt zu kommen, wo alle ihn in einer „Babylon Berlin“-Szene als Sänger eines 20er-Jahre-Tanzcafés erleben durften, kommt perfektem Product-Timing gleich.

Ferry hat mit seinem Orchester sechs Stücke zum Soundtrack beigetragen, fünf davon sind in denselben Versionen auf diesem Album zu hören, „Chance Meeting“ in einer etwas anderen Aufmachung. Und niemand musste den großen Pop-Flaneur für dieses Spektakel neu erfinden, bereits 2012 hatte er eine Jazz-Orchester-Platte im Gedenken an die 20s aufgenommen, die viel instrumentalen Dampf um eine alte Idee machte.

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BITTER-SWEET unterscheidet sich von ihrer Vorgängerin, Ferry singt auf acht von 13 Songs, und er hat sich mit „Bitters End“, besagtem „Chance Meeting“ und „Sea Breezes“ drei eher obskure Songs vom 72er Roxy-Debüt vorgeknöpft. Wie seine Stimme jetzt in den altneuen Aufnahmen die Melodien umschmeichelt – flüsternd und mit Goldlamé im Vibrato – das ist schon großes Theater und als solches nah am Kitsch gebaut, aber in jedem Moment auf den Punkt musiziert. 

Mit die größte Entfernung zum Original legt Ferry auf dem Titelsong hin, die Gitarrenbohrarbeiten von Phil Manzanera hat er erst gar nicht zu übersetzen versucht und den Ernst der Songlage im Swing vergessen. Und ach, „Dance Away“ als munter gemachter Ragtime, da wollte Ferry wohl nicht noch draufsingen, wir summen’s ja eh für uns selbst. Die Träne, die der Ferry der ganz späten 70er-Jahre so gentlemanlike weggetanzt hat, sie kullert nun über die sepiagetönten Bilder dessen, was wir in der Verfernsehung für eine Epoche, ein Gefühl halten wollen.  

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