Chuckamuck Beatles


Bretford Records/Cargo (VÖ: 30.9.)

von

Wer nichts verspricht, kann niemanden enttäuschen. Haben sich Chuckamuck vielleicht auch schon mal gedacht. Seit über zehn Jahren sind die drei Berliner eine Band wie dieser eine geliebte, freundlich verlotterte Bekannte, den die meisten Menschen in ihrem Freundeskreis haben. Dieser Typ, von dem man im Leben nicht erwartet, dass er einen Salat oder einen Wein zur Party mitbringen. Eher ist man glücklich, wenn er überhaupt vor Mitternacht aufkreuzt, die richtige Adresse findet, sich nicht im Datum irrt.

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Man freut sich also auch tierisch, wenn Chuckamuck nur ein Jahr nach ihrem letzten Album LANGUAGE BARRIER wieder reingelatscht kommen, mit der neuen Platte BEATLES im Beutel, und tun, was sie am besten können: Herzen brechen, Herzen heilen, mit sympathischen Garagestücken, Saufliedern und psychedelisch in der Abendsonne eierndem Americana. Mit ihren Bläsern und handgetrommelten Percussions hören sie sich manchmal an, wie Element of Crime hätten klingen können, wenn sie irgendwann tatsächlich mal jung und dumm gewesen wären.

Den Regener’schen heiteren Verdruss jedenfalls kriegen auch Chuckamuck super hin: Auch, wenn ein Song mit dem russischen Ballett beginnt, endet er irgendwie mit Wehmut über die Ballerina. Mit einer Wehmut aber, die einen genauso wenig brechen wird wie alle Verluste, einen nur krummer macht, bis man aussieht, wie Chuckamuck klingen – immer ein bisschen verrutscht. Aber trotzdem: ganz wundervoll. Nein, ein großes, glänzendes Versprechen waren Chuckamuck nie. Aber wer nichts verspricht, überrascht halt am schönsten.


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