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Diverse Minna Miteru


Morr Music/Indigo (VÖ: 1.5.)

Der Grundstein zu MINNA MITERU wurde schon vor vielen Jahren gelegt, aber da dachte Markus Acher noch gar nicht daran, Mitinitiator einer umfassenden und genresprengenden Compilation mit japanischen Künstlern zu werden, oder mit ihnen zu spielen. Während einer Japan-Tour mit Lali Puna entdeckte der Gitarrist und Sänger von The Notwist den Sampler SONGS FOR NAO (2004). Es muss wohl Liebe auf den ersten Ton gewesen sein, gepaart mit der überraschenden Erkenntnis, dass so viele Musiker außerhalb des eigenen Kulturkreises eine ähn­lichen Wellenlänge haben.

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Besonders fasziniert war Acher von dem Duo Tenniscoats, dessen Konzept unter anderem darin besteht, stets mit Gastmusikern (Jad Fair, The Pastels) zu arbeiten. Wie es der Zufall wollte, bildet der Münchener heute mit Sängerin Saya Ueno und Takashi Ueno einen Teil des Projektes Spirit Fest. Bei einem Besuch der beiden in Tokio kam ihm ein illustriertes Buch namens „Minna Miteru“ (Eyerybody Watch) mit eigenen Songs und Texten wie auch welchen von Freunden in die Hände. Saya hatte dann die Idee zu einer Compilation, Acher nutzte seine Verbindung zum Label Morr Music, um MINNA MITERU zu realisieren.


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Insgesamt 27 Lieder wurden zusammengetragen, das älteste stammt von 1990, die meisten sind rar, obskur und schwer auffindbar. Nicht nur die zeitliche Spanne ist immens, auch musikalisch reicht das Spektrum von sanftem Pop und Plunderphonics über Elektronik, Neo-Klassik, zärtliche Miniaturen und Psychedelia bis hin zu angeschrägtem Jazz. Was den Verdacht eines Kraut-und-Rüben-Samplers aufkommen lässt, aber MINNA MITERU fasziniert durch seine verspielten, manchmal naiven, oft sehr legeren Songs, den DIY-Charakter, eine unprätentiöse Haltung und ein sensationelles Gespür für Melodien. Überall finden sich Anhaltspunkte, warum Markus Acher diesen Sampler mit seiner tiefen Einsicht in Nippons Underground-Szene verwirklichen wollte, sind die Parallelen zu seinem eigenen Schaffen von The Notwist bis Tied & Tickled Trio offensichtlich, mindestens aber angedeutet.


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Auf dem zweiten Album gestaltet das deutsch-japanisch-englische Projekt um Markus Acher von The Notwist seinen Kammerpop deutlich experimenteller.


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