House Of Love Burn Down The World


Cherry Red/Rough Trade (VÖ: 29.7.)

von

Die Karriere von The House Of Love aus London verläuft auf seltsamen Bahnen. Alles begann hoffnungsvoll, auf dem Edel-Indie-Label Creation erschienen 1987 und 1988 die Singles „Shine On“ und „Christine“, die wärmer funkelten als die Songs der Konkurrenz, weil sie einen tiefen Blick in die Psychedelic mit Pop-Sensibilität kombinierten. Es folgte ein erstes Album, ebenfalls auf Creation, das die Band, geführt von Sänger Guy Chadwick und Supergitarrist Terry Bickers, für Major-Labels interessant machte. Fontana – ein zentraler Player für Indie-Acts mit Kommerzambition – erhielt den Zuschlag, investierte Geld und wartete lange auf das zweite Album, das – selten dämlich – wie bereits das Debüt den Bandnamen trug: THE HOUSE OF LOVE.

Vier Produzenten mischten mit, die Band hätte Führung benötigt, ging beinahe im Strudel der Möglichkeiten unter. Nun ist diese Platte Startpunkt der Box mit allem, was die vier Fontana-Jahre hergaben. Es überrascht, wie gut THE HOUSE OF LOVE trotz allem gelungen ist. Klar, ein Neo-Psych-Stück wie „Hannah“ droht im Hall unterzugehen, aber es behauptet sich. Wie auch die neue Version von „Shine On“, die Indie-Hymne „I Don’t Know Why I Love You“ oder die weise Ballade über „Beatles And The Stones“.

Weil das Album kommerziell die Erwartungen nicht erfüllte, war der Hype 1992 schon wieder vorbei. Befreit vom Druck, verdichteten The House Of Love auf BABE RAINBOW ihren Sound (man höre nur die damalige Single „Feel“), bevor sie 1993 auf AUDIENCE WITH MY MIND den Faden verloren. Die Box wird ergänzt um drei Discs mit Archivmaterial und zwei CDs mit Live-Aufnahmen. Ein Fest für Fans, das sich im September fortsetzt, wenn ein neues Album der Band folgt.


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