Mumford & Sons Delta 


Universal (VÖ: 16.11.) 

SIGH NO MORE, fast eine Dekade hat diese Platte auf dem Buckel. Ein Album, das den Leuten aus Kaffeemanufakturen, Barbiergeschäften und Fahrradreparatursalons die Rechtfertigung gab, sich so anzuziehen, wie Uropa es getan hätte, wäre er reich gewesen.

Irre erfolgreich waren Mumford & Sons mit ihrem kreuzbraven Rüpelfolk, ein zweites Album in dieser Marschrichtung folgte, dann bogen die Jungs falsch ab. Sie motteten ihre akustischen Instrumente ein, kauften sich eine ordentliche Garderobe und erfanden das Genre Total-egal-Rock. Die Kritiker fanden es blöd, auch die Fans ließen sich nicht begeistern.

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Was nun? Ein Anruf bei Paul Epworth, britischer Meister im Produzieren megaerfolgreicher Musik. Der sagte: „Kommt und bringt eure alten Instrumente mit.“ Kurze Irritation im Bandrat: Wieder so klingen wie vor zehn Jahren? Nein, beruhigte Epworth, er habe da eine Idee, man könne ja das Holzzeug benutzen und digital bearbeiten. Au ja, ein billiger Bauerntrick!

Bei „Rose Of Sharon“ wird so das Banjo vom Computer generiert: Billo-Techno, der Fußfaule zum Tanzen bringt, indem er Folkseligkeit simuliert. Bei „Woman“ und „Picture You“ lässt Epworth die Band auf den Neo-R’n’B-Zug aufspringen. Dass die das mitmacht, zeigt, wie schwach ihr Rückgrat ist.

Mal das DELTA-Cover mit BEAUTIFUL WORLD von Take That vergleichen, auch die standen 2006 in einer Einöde, aber sie gingen. Die Mumfords stehen in einer Diagonale herum, mehr Leben ist da nicht mehr. Moment, doch, die Ausnahme heißt „The Wild“, ein fünfminütiger Versuch, Folk und Drama zusammenzubringen, mit meterhohen Streichern, Pauken und Trompeten. Toll! Hier weitermachen!  

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