Robbie Williams Heavy Entertainment Show


Columbia/Sony

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Viele von den Besten sind in diesem Jahr verstorben. „But I’m still here. Enjoy me while you can“, singt Robbie Williams im Titelstück seines tatsächlich bereits elften Albums. Das ist eine seltsame Mischung aus Über-Ego und Bescheidenheit, abgelassen zu genau den Klavierakkorden, die wir noch von „Feel“ kennen: Robbie stellt sich locker in eine Reihe mit Bowie und Prince, weiß aber auch, dass er Ende des Jahres 2016 erst einmal wieder auf sich aufmerksam machen muss.

Der zweite Aufguss seines Swing-Tribut-Albums lief 2013 ganz ordentlich, nach der Tour meldete sich der Superstar jedoch für eine Zeitlang ab, man darf nicht vergessen: Der Mann hat zwei kleine Kinder. Erstaunlicherweise beginnt the HEAVY ENTERTAINMENT SHOW nun wie eine britische Interpretation der Revuesongs von Jan Böhmermann im „Neo Magazin Royale“. Im Titelstück (mit Serge-Gainsbourg-Sample) halten sich Selbstironie und wahrhaftige Karriereanalyse die Waage. „Party Like A Russian“ steckt voller Klischees, der Ärger aus Russland ist einkalkuliert, schelmisch zitiert Williams „Dance Of The Knights“ des russischen Großkomponisten Sergei Prokofjew – und versteckt sich hinter dem unschuldigen Lächeln des Quatschmachers: „End of discussion.“

Geht’s noch tiefer? Klar, bei „Pretty Woman“ hat Ed Sheeran mitgeschrieben

Es folgt „Mixed Signals“, der Song mit The Killers als Co-Autoren: Williams singt exzellent, das Stück könnte auch was Schmissiges von Roland Kaiser sein. „Leichte Unterhaltung, aber auf Steroiden“, wolle er mit dieser Platte bieten, hat er im Vorfeld gesagt. „Mother­fucker“ zeigt, wie das gehen kann: Gossen-Britpop für die Masse mit mehr Oasis-Zitaten pro Minute als auf den beiden Soloplatten von Noel Gallagher. Da steigt die Stimmung – um auf den Meeresspiegel abzustürzen, wenn Williams und Star-Beglückungs-Produzent Stuart Price bei „Bruce Lee“ Glamrock auf Nickelodeon-Niveau herstellen. Geht’s noch tiefer? Klar, bei „Pretty Woman“ hat Ed Sheeran mitgeschrieben, das Stück soll wohl wie ein Chaingang-Blues-Song klingen, besitzt aber den Charme der The-BossHoss-Grillschürze mit der Aufschrift „You Kill It, We Grill It“ (die gibt es wirklich).

Das abenteuerliche Sequen­cing sorgt dafür, dass danach die wunderbar verschleppte Revuenummer „Hotel Crazy“ mit Gastsänger Rufus Wainwright folgt. „I Don’t Want To Hurt You“, der Song mit John Grant, hat es unter die fünf Bonustracks geschafft, für den Refrain hat der Co-Autor einfach die Melodie seiner 2013er-Single „Glacier“ wiederverwertet und ABBA-Pop, Kosaken-Melancholie und Morricone-Pathos hinzugefügt. Große Gesten, kleine Gags: That’s entertainment.


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