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Highlight: Die 50 besten Songs des Jahres 2017

St. Vincent Nina Kraviz Presents Masseduction Rewired


Loma Vista/Caroline/Universal (13.12.)

St. Vincents Art-Pop-Album MASSEDUCTION aus dem Jahr 2017 wurde bereits ein Jahr nach seiner Veröffentlichung unter dem Titel MASSEDUCATION als Piano-Version neu aufgenommen. Jetzt folgt mit NINA KRAVIZ PRESENTS MASSEDUCTION REWIRED ein elektronisches Remix-Album, kuratiert von der russischen Techno-Produzentin und DJ Nina Kraviz.

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War es die Intention des Piano-Albums MASSEDUCATION, die Songs des Originals auf ihren kompositorischen Kern zurückzuführen und zu skelettieren, macht das elektronische Pendant nun genau das Gegenteil: Die Elektronik-Musiker*innen und DJs befreien die MASSEDUCTION-Songs aus ihrem Pop-Korsett und zerren sie auf den Dancefloor.

Das Album profitiert vor allem durch die unterschiedlichen Herangehensweisen der beteiligten Remixer*innen: So reichert die IDM-Musikerin Jlin ihre Neubearbeitung von „Smoking Section“ mit Footwork-Beats an, während die Vocals nur noch in gepitchter Form hörbar sind. Die in Berlin lebende, amerikanische Musikerin Laurel Halo hingegen verzichtet in ihrem Remix von „Young Lover“, der von einem hämmernden Techno-Beat dominiert wird, komplett auf den Gesang von St. Vincent.

Nina Kraviz wiederum streut in ihrem eigenen „Vocal Mix“ zu „New York“ die Textpassagen derart klug, dass der schleichende Beat eher zur Nebensache des Tracks wird: So gibt Kraviz zentralen Sätzen des Songs wie „I have lost a hero, I have lost a friend“ Raum, um Gehör zu finden. Die Kuratorin selbst hat damit den schönsten Remix des Albums vorgelegt.

Das 21 Tracks starke Album, auf dem manche Songs sogar mehrfach remixt wurden (etwa „Pills“ alleine dreimal), stellt eine fantasiereiche Ergänzung von St. Vincents Originalwerk dar, das hier noch einmal in neuen, grellbunten Clubfarben erstrahlen darf.


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