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The Rifles Big Life


Cooking Vinyl/Sony

Weil Mitte der Nullerjahre die Nachfrage nach Produkten der britischen Gitarrenpopschmiede hoch war, gelangen auch den nicht überbordend talentierten Rifles zwei Hits: „Peace & Quiet“ und „Repeated Offender“ gehören in jede Britpop-Sammlung. Die Londoner hatten zwar viel bei Paul Weller geklaut, aber das war egal, denn erstens war Weller selbst Fan und zweitens sind Britpop-Bands per Definition allesamt Diebesbanden. Bemerkenswert ist, dass die drei Alben, die auf das Debüt NO LOVE LOST folgten, in Großbritannien noch höher in die Charts einstiegen. The Rilfes haben also loyale Fans. Denn besser sind sie mit der Zeit nicht geworden – sonst wären sie wohl kaum zuletzt auf NO LOVE LOST-Jubiläumstour gegangen.

Nun folgen mit BIG LIFE neue Songs – und zwar gleich 18 Stück, verteilt auf zwei CDs oder vier LP-Seiten. Die Ausrede fürs Überformat war zu erwarten: Man habe aus den 18 kein Dutzend machen wollen. Selten ein Beleg für kreativen Rausch, eher für fehlende Qualitätskontrolle. Totale Ausfälle gibt es jedoch nicht. Echte Höhepunkte aber auch nicht. Die Ausnahme: das süß lärmende „Caught In The Summer Rain“, denn Songs, die einen so schönen Titel haben, müssen auch gut sein – alte Britpop- Regel. Ansonsten ist die Musik der Rifles arg gemütlich geworden, die Wut oder Mod-Affinität der frühen Phase ist verschwunden. Weniger The Jam, mehr Eddie & The Hot Rods. Wird das Alter sein.

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