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The Strypes Snapshot


Mercury/Universal

Chuck Berry könnte ihr Ururgroßvater sein – nicht nur musikalisch, sondern auch vom Alter her. Nicht alle Strypes sind zwar schon volljährig, aber die vier Iren sind doch alt genug, die Ursprünge des Rock’n’Roll ausgiebig studiert zu haben. Jedes einzelne der zwölf Stücke ihres Debütalbums SNAPSHOT klingt, als stammte es aus dem Fundus von Dr. Feelgood, der Yardbirds, Bo Diddley oder eben Chuck Berry. Rock’n’Roll, dem man noch deutlich anhört, dass er aus dem Blues entstanden ist, mit rüden Gitarren, einer quietschenden Mundharmonika, knackenden Verstärkern und knarzenden Stimmen, die tatsächlich entschieden älter klingen, als sie sind.
Das ist eine erstaunliche Leistung und würden The Strypes in einer Gesamtschul-Aula auftreten, würde man denken: Die sind gut, die könnten echt mal richtig groß werden. Hey, die Beatles haben auch mal als Coverband in einem Rock’n’Roll-Keller angefangen. Im Moment noch aber sind The Strypes vor allem eine gute Geschichte und ansonsten bloß eine Schülerband, die zwar eigene Songs schreibt, aber nur eine vergangene Ära mit viel Liebe zum Detail nachstellt. Wenn sie einmal eine eigene Idee haben sollten, könnten sie ein ziemlich gutes, zweites Album aufnehmen.


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