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#savefabric: 111 Tracks sollen das Ende des berühmten Clubs Fabric verhindern

#savefabric – so heißt die Compilation, auf der sich insgesamt 111 Musiker gegen die endgültige Schließung der Londoner Clubinstanz „Fabric“ solidarisieren wollen. Drei Wochen gaben das clubeigene Label Fabric Records sowie das Sub-Label Houndstooth den beteiligten Musikern Zeit, einen bislang unveröffentlichten Track beizusteuern, einen brandneuen zu produzieren oder eine Klassiker neu aufzulegen. Die Einnahmen aus dem Verkauf werden für den Gerichtsprozess um die endgültige Schließung oder mögliche Wiedereröffnung des Clubs gespendet. Der Gerichtstermin ist für den 28. November angesetzt.

Als Grund für die zunächst temporäre, dann endgültige Schließung des Fabric London Anfang September wurden die Todesfälle zweier 18-jähriger in Folge einer Drogenüberdosis Ende Juli und Anfang August genannt. Sollte das Fabric weiterhin geöffnet bleiben, so das Islington Council, das dem Club die Lizenz entzog, so nehme man in Kauf, dass künftig noch weitere Menschen durch Drogenkonsum ums Leben kämen.

Schließung von langer Hand geplant

Aus Dokumenten einer Polizeiermittlung, die Anfang September über die Zeitung Independent veröffentlicht wurden, ging jedoch hervor, dass die Schließung vermutlich von langer Hand geplant worden sei und man in dem bedauernswerten Tod der beiden Jugendlichen nun endlich einen Anlass gefunden habe, das Vorhaben durchzusetzen.

London ist eine der europäischen Städte, die am meisten vom sogenannten Clubsterben betroffen sind – in den vergangenen acht Jahren schlossen hier 50% der Clubs und 40% der Live-Venues, wie Bürgermeister Sadiq Khan über Facebook in einem Statement zu den Vorfällen bestätigte. Er betonte, dass Feiern sicher sein müsse und bedauerte die Vorfälle zutiefst. Gleichzeitig bekräftigte er, dass keine öffentliche Behörde oder kulturelle Einrichtung das Problem allein lösen könne und rief zum Dialog auf.

 

Der musikalische Dialog ist zumindest angestoßen: Die Mammut-Compilation #savefabric umfasst neben Hyperdub-Liebling Ikonika Musik von Paula Temple, Simian Mobile Disco, Shackleton, Tuff City Kids, Mathew Jonson, Tiefschwarz und Roman Flügel.

In einem Statement äußern sich die Betreiber des Fabric: „Im Zeitalter der Playlist repräsentiert diese Compilationen einen Überblick der Bandbreite elektronischer Musik, die von den äußersten Rändern experimenteller Musik bis mitten auf die Tanzfläche reicht. Bevor bei dem Gerichtsurteil endgültig über die Zukunft des Fabric entschieden wird, möchten wir mit dieser Compilation diese besondere Zeit für uns musikalisch festhalten. Gleichzeitig stellt sie einen perfekten Querschnitt von allem dar, für das Fabric und Houndstooth stehen“



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