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Singen über Politik? Nur beim Putzen

Suzanne Vega erscheint mit dem Reisebus zum Gespräch. So stellt man sich das vor bei der wichtigsten Folksängerin der Achtzigerjahre. Tatsächlich ist Vega in diesen Tagen wieder häufiger unterwegs, um Klassiker wie „Luka“ und „Tom’s Diner“ auf der Bühne zu singen. Zwischen den Reisen nimmt die Fünfzigjährige, die von ihrer Plattenfirma EMI aus Kostengründen vor die Tür gesetzt wurde, noch einmal ihre alten Lieder auf. Die „Love Songs“ sind bereits veröffentlicht, drei weitere Themenalben werden folgen. Am Vorabend trat Vega in Belgien auf, nun sitzt sie in Berlin am Mittagstisch. Sie träufelt sich aus einem Fläschchen pflanzliche Extrakte in den Tee und fährt zerstreut über ihr iPhone.

WELT ONLINE: Frau Vega, sind Sie müde?

Suzanne Vega: Sterbensmüde. Aber lassen Sie das bitte meine Sorge sein. Was wollen Sie überhaupt von mir wissen?

WELT ONLINE: Warum singen Sie Ihr Repertoire erneut ein? Gefallen Ihnen die alten Aufnahmen nicht mehr?

Vega: Im Gegenteil, ich mag die alten Platten außerordentlich. Auch die Arrangements sind zeitlos. Ich stehe dazu. Allerdings sitze ich seit drei Jahren ohne Plattenvertrag da. Das bedeutet nicht, dass ich die Lieder nicht mehr vortrage. Es sind ja meine eigenen, während die Aufnahmen einer Plattenfirma gehören. Ich fand es spannend, sie so festzuhalten, wie ich sie heute singe, und die Nostalgie zu brechen, indem ich sie nicht chronologisch ordne, sondern thematisch. Lieder über die Liebe. Lieder über Leute.Anzeige

WELT ONLINE: Verändern die Lieder mit den Jahren ihren Charakter?

Vega: Selbstverständlich. Sie sind wie Kinder. Plötzlich stehen sie vor dir und du denkst: Was haben diese Wesen mit dir zu tun? Manchmal habe ich beim Singen sogar eine Antwort gefunden. Es gibt Songs, die sind 25 Jahre alt. Mit einigen habe ich den Alltag verbracht, andere hatte ich aus den Augen verloren.

WELT ONLINE: Warum haben Sie Ihren Vertrag verloren?

Vega: Ich war zuletzt bei Blue Note, einem wunderbaren, alten Jazzlabel. Dummerweise gehört Blue Note der EMI, und die EMI befindet sich heute im Besitz von Finanzinvestoren. Beim Bereinigen der Bilanzen war ich fällig, wie viele andere auch. Ich nehme das aber nicht persönlich, sondern ökonomisch.Lesen Sie das vollständige Interview auf

Welt Online

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Michael Pilz – 19.07.2010


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