Wilco

Lebenslust? Für die Zyniker von Wilco nur bedingt erstrebenswert.

Nein, Jeff Tweedy ist kein sehr fröhlicher Zeitgenosse. Ein Zyniker, ja. „Mich hat keiner gefragt, ob ich auf diesen Planeten will“, grummelt der Mittdreißiger aus Illinois und scheint dabei jedes einzelne Wort gequält auszuspucken. Daß der Sänger, Gitarrist, Songschreiber und überhaupt Kopf der Band Wilco kein fröhlicher Mensch sein kann, beweist sein Kunstgeschmack: Er liest bevorzugt Bücher des norwegischen Dunkeldichters Knut Hamsun, hört am liebsten Songs der Country- bzw. Folk-Neurotiker Hank Williams und Woody Guthrie und liebt die klaustrophobischen Bilder Edvard Munchs. „Ich erlebe nicht viel“, gibt Tweedy zu,“da ich ein träger Mensch bin, dessen Lieblingsdroge Valium ist. Insofern bin ich auf Erfahrungswerte aus zweiter Hand angewiesen.“ Das aktuelle Album von Wilco,“Summer Teeth“, kommt vor diesem Hintergrund überraschend leichtfüßig daher. „Allerdings“, schränkt Tweedy ein, „nur musikalisch. Textlich bin ich in die tiefsten Niederungen der menschlichen Seele hinabgestiegen.“

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