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Highlight: 15 Frauen, die die Deutschrap-Szene gerade ordentlich aufmischen

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4 Newcomer, mit denen Ihr gut ins neue Jahr starten könnt

Ebow

Beinah hätte Berlin die Kurdin aus Bayern bekommen. Doch bloß beinah, denn sie wollte nicht wirklich. An der Hauptstadt-Uni hatte sich Ebow, die eigentlich Ebru Düzgün heißt, zwar immatrikuliert, ging aber nie hin. Sie wartete vielmehr auf die Zusage einer ganz anderen Stadt, um ihrer Heimat München endlich den Rücken zu kehren. Jetzt herrscht die 27-jährige Rapperin in Wien, trifft bei der rein weiblichen Veranstaltungsreihe „Femme DMC“ auf andere Frauen im Sprechgesang, entdeckt neben der Lässigkeit der Metropole auch zig Möglichkeiten, weiterzukommen.

Ihr Studium der Architektur versteht sie eher als Hobby, denn der Job ist die Musik – und mit der hat Ebow bereits früh begonnen. Die ersten Texte verfasst sie in der Grundschule, zum ersten Mal ins Studio geht sie mit 16 – 2012 nimmt sie ihr Debütalbum EBOW auf. Doch sieht Ebow die aktuelle Platte KOMPLEXITÄT viel mehr als das eigentliche Debüt. Eine Oldcomerin nennt sich die Wahlwienerin, die eher auf Bilderbuch denn auf Money Boy steht.

Mehr zu Ebow findet Ihr in der Musikexpress-Ausgabe 01/18.

Klingt wie: Fatoni, Princess Nokia, Sookee

QTY

„Cutie“? Oder „quantity“? Laut Band stammt der Name von der Clementinen-Sorte „Cutie“. Die beiden Best Friends Dan Lardner und Alex Niemetz mussten erst eine Vorgänger-Band begraben, um jetzt als Duo ihr Debüt aufzunehmen. In bestimmten Kreisen wird QTY schon als New Yorks aufregendste Band gehandelt. Liegt wohl an den musikalischen Vorbildern: Mal schimmert der junge Lou Reed in den Songs- hervor, mal Julian Casablancas. Wie ein kleines musikalisches Best-of des Big Apple.

Dives

Emanzipatorische Power als Startschuss: 2015 begegnete sich das Trio auf dem „Pink Noise Girls Rock Camp“ und fackelte nicht lange: 2016 erfolgte die Bandgründung und jetzt veröffentlicht Dives das erste Minialbum. Dives kommen zwar aus Österreich, haben aber mit Austropop nichts zu tun. Stattdessen gibt es bei ihnen mal dreckigen Garage-Rock – es kann nie genug Girl-Bands geben, die ein wenig Krach machen –, aber auch federleichten Surf-Rock.

Gaddafi Gals

Libysche Diktatoren-Gang? Nein, österreichisches Super-Kollektiv. Rapperin Blaqtea (a.k.a. Ebow, siehe oben) flowt mit ihren Kollegin Slimgirl Fat und Produzent walter p99 arke$tra. Erst nur guerillamäßig auf Raves in Leipzig, Berlin, München, Wien. Im Juni gab’s die erste EP „The Death Of Papi“. Bei den Gaddafi Gals trifft Retro aufs Jetzt. Ein aufregender Hybride aus futuristischen HipHop, R’n’B und Electronica. Außerdem gibt es eine Hymne auf die 90er-Marke FILA (inklusive kleiner Cardigans-Hommage) und ein super-lässiges Aaliyah-Cover.



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