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6 Scheußlichkeiten aus den Neunzigern, die 2017 ein Comeback feiern

The Kelly Family

2017 gab es kein Entkommen: The Kelly Family feierten ihre große Reunion, und die wurde selbst ohne Paddy und Maite genau der kommerzielle Erfolg, der geplant war. Ausverkaufte Konzerte in der Dortmunder Westfalenhalle, Auftritte bei Nebel, Silbereisen und Co., ein neues Album, eine Tour, eine weitere Tour 2018, ein Doppel-Livealbum auf CD und DVD. Nostalgie war eben noch nie der schlechteste Portemonnaie-Öffner, aber wer würde es Angelo und dem übrig gebliebenen Rest der Sippe übel nehmen: Sie meinen es doch nur gut mit sich, ihren Fans und der Welt!

Angelo Kelly im Interview: „Mit HipHop sollte The Kelly Family nicht konkurrieren!“

Nana

Ungefähr zur gleichen Zeit, als The Kelly Family in den Neunzigern erfolgreich Stadien gegen Straßenfeste eintauschten, machte sich noch eine andere Gang auf, den deutschen Charts das Fürchten zu lehren. Als Booya Family – bloß nicht zu verwechseln mit dem kalifornischen Boo-Yaa T.R.I.B.E. – verstanden sich unter anderem Produzent und Rapper Toni Cottura („Bang Bang Bang, here we come here we slam!“), Bülent Aris, Daisy Dees Bruder Pappa Bear sowie Nana Abrokwa. Der landete mit „Darkman“ und „Lonely“ zwei ziemliche Euro-Hits. Es folgte ein Schattendasein unter den C-Promis dieses Landes – und ein Comeback 2017: Auf dem im November erscheinenden Album #BETWEENLUCIFERANDGOD werden natürlich die größten Hits neu aufgelegt, aber auch viele neue Lieder (keine Hits!) gepresst.

Kooperation

Tamagotchi

Zu seinem ebenfalls 20-jährigen Jubiläum – siehe Guano Apes, The Kelly Family und Nana – kommt auch das gute alte Tamagotchi wieder auf den Markt. Kinder der Neunziger werden es noch zu gut in Erinnerung haben: Das kleine, bunte Plastik-Ei, hinter dessen Pixelbrei-Display ein kleines Küken lebte, um das Ihr Euch ständig kümmern musstet. Das Tamagotchi-Tierchen wollte gefüttert, geputzt und bespaßt werden. Andernfalls starb es und schwebte als Geist über einem Grabstein. Glücklicherweise gab es auf der Rückseite einen Reset-Button, um noch einmal von vorne anzufangen. Wäre doch nur alles im Leben so einfach!

Hersteller Bandai kündigte seine Neuauflage bereits im April an, nun sind die digitalen Viecher endlich da: Vom 11. Oktober an sind sechs verschiedene, aber kleinere Versionen des Original-Tamagotchi in limitierter Stückzahl erhältlich.

Guano Apes

Es gibt Crossover-Vertreter aus der deutschen Rockmusik der Neunziger, von denen gut dokumentiert ist, was sie nach ihrer ersten Hochzeit so gemacht haben: H-Blockx-„Fronter“ Henning Wehland etwa tingelt als Castingshow-Juror, Sohn Mannheims und Xavier-Naidoo-Buddy durch die Lande. Claus Grabke von Thumb gründete die Alternative Allstars, versuchte sich an zwei Soloalben und skatet mutmaßlich noch immer jeden Tag. Und dann gibt es die Guano Apes: Von denen mag man gedacht haben, sie wären einfach verschwunden, während lediglich Gitarrist Henning Rühmenapp sich als Popakademie-Dozent und Produzent noch auf seine zeitweise so erfolgreiche Band beruft. Doch von wegen: Getrennte Wege gingen die Guano Apes lediglich von 2006-2009, Sängerin Sandra Nasic veröffentlichte 2007 ein Soloalbum. Die Comebackplatte BEL AIR ging 2011 wie auch ihre Vorgänger WALKING ON A THIN LINE und DON’T GIVE ME NAMES auf die 1. Folgerichtig bringen die Guano Apes 2017 eine Jubiläumsedition ihres 97er-Debüts PROUD LIKE A GOD heraus – mit neuen Versionen von unter anderem „Open Your Eyes“ und „Rain“. Siehe dazu: The Kelly Family, Nana.

Alex Christensen

Haltet Euch fest: Produzent Alex Christensen war sich nicht zu blöd, Eurodance-Hits wie „What Is Love“, „Tears Don’t Lie“ und „Rhythm Is A Dancer“ sowie, natürlich, sein eigenes Meisterwerk „Das Boot“ unter dem Titel „Classical 90s Dance“ mit einem Orchester neu aufzunehmen. Wer nun hofft, dass diese Marketing-Idee von einem Album ein ähnliches Schattendasein fristen könnte wie einige noch immer tourende Eurodance-Kasper in den Großraumdiskotheken und Neunziger-Feten dieses Landes, sei gewarnt: Was Alex „U96“ Christensen in den vergangenen 27 Jahren als Produzent anfasste (Prince Ital Joe feat. Marky Mark, Right Said Fred, ATC, Helene Fischers WEIHNACHTEN), wurde leider immer wieder mal zu Gold, Platin oder einem weiter unten chartenden Ohrwurm, ob der nun eigentlich scheiße war oder nicht. Und siehe da: Eingestiegen ist Christensen in den Offiziellen Deutschen Charts immerhin auf Platz 10. Deutschland deckt sich ganz offensichtlich bereits fürs Schrottwichteln ein.

Wir wurden leider über das schlechteste Album des Jahres 2017 informiert

Wolfgang Petry

Mit Schlagerhits wie „Verlieben, verloren“, „Weiber“ und „Die längste Single der Welt“ wurde der seit den 70ern aktive Wolfgang Petry zum erfolgreichsten deutschen Musiker der Neunziger und Dauergast auf allen Scheunenfeten, Polterabenden, Schützenfesten und Goldenen Hochzeiten in den Dörfern dieses Landes. 2006 zog er sich zurück, legte Vokuhila und Armbandsammlung ab und übergab das Zepter an seinen Sohn Achim. Sein Comebackalbum erschien 2015, nun kehrt Wolfgang Petry erneut, dafür mit neuem Image zurück: Unter dem Künstlernamen Pete Wolf (!) macht er jetzt in Blues, Country und Folk. „Eine Herzensangelegenheit“, wie er selbst sagt.

Ernsthaft: Wolfgang Petry nennt sich jetzt Pete Wolf und singt Country statt Schlager

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