Banksy: Ein akzeptables Maß an Bedrohung?

Er wird gehasst, geliebt, von den einen als kapitalismuskritischer Heilsbringer und von den anderen als vandalistischer Furzkopf betrachtet: Banksy. Und seine Streetart, die er seit den Neunzigern zunächst in Großbritannien und inzwischen überall in der Welt – in Palästina, New Orleans, in Los Angeles, New York oder Berlin – ins öffentliche Stadtbild sprüht. Aus einem überfluteten Stadtbild erkennt man einen Banksy. Naiv, auf die simpelste Botschaft reduziert und dabei so scharfsinnig und politisch, wie es wohl kein anderer Künstler in dieser Einprägsamkeit kann.

Sieben Jahre nachdem erstmals ein umfassender Überblick über seine Arbeiten in dem Bildband „Wall and Piece“ erschien, hat der Carpet Bombing Culture Verlag nun „Banksy – You Are An Acceptable Level Of Threat And If You Were Not You Would Know About“ herausgeben. Und das versammelt 200 teils unbekannte, teils vertraute Arbeiten, die zu den besten gehören, die der Engländer gemacht hat. Punkt. Denn während die politische Landschaft zu Banksys Anfängen in den Neunzigern ihr Versorgungsversprechen für Viele noch einigermaßen einlösen konnte, sieht es inzwischen trostlos aus. Deshalb passen seine pointierten Anklagen gegen Kapitalismus, Staat und Doppelmoral so sehr ins Jetzt. Vor allem, wenn sie so leicht daher kommen, dass sie jeden, der sie betrachtet, zunächst zum lächeln bringen.

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