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Nachbericht & Fotos

Gangsta, Glitzer, Gitarren und „gude“ Laune – So war das MS Dockville 2019


Bunt geschminktes Jungvolk, hippe Regenjacken und -boots, im BH versteckte Shots: Die S3 Richtung Stade transportiert ab Freitagmittag wieder Tausende Musikfans auf die andere Seite der Elbe. Dort angekommen ist nicht zu überhören: Der norddeutsche Akzent überwiegt – Moin! Die Hamburger lieben ihr Stadtfestival und stellen einen Großteil der Besuchermeute.

Auf zwölf Bühnen ist an drei Tagen ein buntes Line-up aus Indie, Rap, Elektro und Punk zu erleben. Neben den Hauptbühnen sind es am Wilhelmsburger Reihersteig auch die kleineren versteckten Orte, an denen sich DJs und Newcomer austoben. Grelle Lauben wie ein Zauberwald, begehbare Container mit Lichtinstallationen, Drachenköpfen und runde Tischtennisplatten erinnern daran, dass vor zwei Wochen auf dem gleichen Fleck noch das Kunstfestival MS Artville stattfand. Ein Gang über das Gelände ist birgt lauter Entdeckungen. Darum kommen wohl auch viele Künstler immer wieder – etwa Bilderbuch und Aurora.

Awareness und Nachhaltigkeit

In einem unterscheidet sich das MS Dockville indes nicht von anderen Festivals: Awareness, Nachhaltigkeit, Toleranz und Offenheit, Gleichberechtigung und Frauenquote sind auch dort wichtige Themen – nicht nur an Infoständen oder bei Mitmachaktionen, auch auf den zahlreich hängenden Bannern und in den Ansagen der Bands und Künstler. Auf einem großen Holzpodest sitzt ein junges Paar und schaut verliebt in die Abendsonne, vielleicht spricht der Banner über ihnen gerade ihre Gedanken aus: „Wie wollen wir morgen leben?“ Für das MS Dockville selbst hat Nachhaltigkeit nochmal eine ganz andere, dramatische Bedeutung: 2022 läuft die Zusage der Stadt Hamburg aus, das Gelände für das Festival nutzen zu dürfen. Eine Kampagne zur Verlängerung des Vertrags läuft bereits und fordert „10 Jahre Sicherheit für das Dockville“.

Deutsch-Rap

Zwar ist dem Veranstalter nach eigenen Angaben ein Mix aus nationalen und internationalen Acts wichtig, in diesem Jahr tummeln sich aber etliche Künstler auf den Bühnen, die sich dem aktuell angesagten Deutsch-Rap zuordnen lassen. Ob Ahzumjot, JUJU, TUA, RIN, NURA oder Celo und Abdi, sie alle rappen von beschissenen Tagen und besseren Zeiten.



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