Eddie Vedder spricht über Chris Cornells Suizid – und wird gefragt, ob er selbst daran gedacht hätte

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Radiomoderator Howard Stern lud am Montag Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder ein. Der Musiker erzählte während der dreistündigen Sendung viele lustige, aber auch herzerwärmende Geschichten. Zum Beispiel, als sie auf das tragische Dahinscheiden von Chris Cornell zu sprechen kamen.

Wie er den Tod seines Freundes damals verarbeitete? Es fühlt sich für ihn heute eher wie Verleugnung an. „Ich hatte Angst davor, wie ich mich fühlen würde, wenn ich mir selbst erlaubt hätte, das zu fühlen, was ich fühlen musste oder wie ich mich fühlen wollte oder wie schrecklich ich mich fühlte“, erklärte Vedder seine konfuse Seelenlage. „I still haven’t quite dealt with it“, sagt er. Gleichzeitig ist er sich sicher, dass es mit der Zeit irgendwann soweit sei.

In den vergangenen zehn Jahren habe er Cornell nicht sehr oft gesehen, vielleicht vier- oder fünfmal, und meist bei einem Gig. Dennoch standen sie einander nahe, und das nicht nur, weil sie zusammen Musik machten, sondern auch Nachbarn waren.

Vedder teilte während der Sendung noch eine herzzerreißende Anekdote über den Verlust seines jüngeren Halb-Bruders, der ein Jahr vor seinem Freund Cornell starb; er kam bei einem Kletterunfall in Afrika ums Leben. Dieser Verlust war in der Öffentlichkeit kaum bekannt.

Vedder gestand ein, wie sehr es ihn, seine anderen Brüder und seine Mutter bedrückte. Er konnte mit seiner Realität fast nichts mehr anfangen. „Ich wusste ernsthaft nicht, ob ich aus einem dunklen Loch heraus komme, doch ich konnte mich nicht darin verkriechen.“

Hier könnt Ihr Euch einen Zusammenschnitt ansehen:


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Howard Stern legte den Finger tief in die Wunde und erlaubte sich zu fragen, ob Vedder je daran gedacht habe, sich das Leben zu nehmen. Vedder blockte ab und antwortete, dass ihn der Suizid seines Freundes eher dazu brachte, weniger daran zu denken. Es machte ihn wütend, denn obwohl er seinen Freund liebte, sei Selbsttötung „a violent act that hurts so many people. And that feels unfair.“

Über die Jahre hinweg zollte Eddie Vedder dem Verstorbenen auf den Bühnen dieser Welt seinen Tribut. 2019 coverte er bei einem Konzert im Zuge seiner großen Europa-Solo-Tour den Cornell-Song „Seasons“. Im August dieses Jahres sprach er mit Cornells Tochter Lilly für ihren Podcast über Trauer, Empathie und Aktivismus. Er gewährte nicht nur einen Einblick in seine eigene Gefühlswelt, sondern erinnerte sich auch an jene Kolleg*innen und Freund*innen, die den Kampf gegen ihre inneren Dämonen leider verloren haben.

Wer Suizidgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden oder an Hilfsangebote wie die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Sie bietet schnelle Hilfe an – auch telefonisch unter 0800 / 111 0 111 – und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken, auch an nahestehende Personen.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf rollingstone.de +++


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