Ende 2013 soll es fast 30 Millionen Streaming-Kunden geben

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Die Welle der scheinbar wissenschaftlich unterfütterten Lobhudeleien auf das Musikstreaming bricht nicht ab. Nach Analysen von BITKOM und BVMI wurden aktuell zwei Studien veröffentlicht, die eine klare Sprache sprechen: Streaming ist die Zukunft der Musikindustrie.

Die US-Marktforschungsfirma Park Associates prognostiziert in einem Bericht namens „Evolution of Digital Music on Connected Devices“, dass bis zum Jahr 2017 weltweit 15 Millionen Kunden ein Abo bei einem Musikstreaming-Dienst besitzen und bezahlen werden – eine knappe Verdreifachung der Zahl aktueller Abokunden, so die Verfasser.

Die Analysten sehen hier vor allem eine Verbindung mit dem zu erwartenden steigenden Absatz an „networked audio products“, also netzwerkfähigen Audiogeräten wie kabellosen Lautsprechern, digitalen Musikanlagen oder modernen A/V-Receivern. So soll sich in den nächsten vier Jahren die Anzahl der verkaufte Geräte knapp verdoppeln.

Ihren Erfolg haben die Streaming-Dienste laut der Markforscher vor allem sich selbst zu verdanken. Diese bemühten sich, ihren Service einer breiten Masse zugänglich zu machen, in dem sie es ermöglichen, dass ihre Software auf möglichst vielen Geräten verfügbar ist. Gleichzeit nutzen sie bereits vorhandene Technologien wie beispielsweise Apples Airplay, um die Benutzung noch angenehmer zu gestalten.

Die britischen Marktforscher von ABI Research sehen die Entwicklungen sogar noch optimistischer. Laut eines aktuellen Berichts soll es bereits zum Ende des Jahres 2013 weltweit mehr als 29 Millionen Abokunden geben – in fünf Jahren sollen es bereits 191 Millionen sein. Den Erwartungen nach Marktführer Ende 2013 soll Spotify werden, mit rund einem Drittel der Streaming-Kunden, Platz zwei gehe wohl an den französischen Dienst Deezer.

Auch zu den zu erwartenden Umsätzen geben die Analysten von ABI Research eine Prognose hab. So sollen die Streaming-Anbieter bis zum Ende des Jahres knapp fünf Milliarden Dollar mit Premium-Abos umsetzen. In den kommenden fünf Jahren soll dieser Pott auf bis zu 46 Milliarden Dollar ansteigen, so die Analysten. Rund zwei Drittel davon sollen an die Rechteinhaber gehen.

Hier weisen die Marktforscher  – nicht ohne einen gewissen zynischen Unterton – darauf hin, dass es eine ganz andere Geschichte sei, wie diese Einnahmen dann verteilt würden – und richten sich damit anscheinend an die Gemeinde der Streaming-Kritiker. Einige Musiker, allen voran Thom Yorke, hatten in den letzten Wochen die Beteiligungsmoral der Streaming-Dienste gegenüber Künstlern kritisiert.


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