Hochstaplerinnen-Serie „Inventing Anna“: Vorbild einer der Figuren verklagt Netflix

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Sie gab sich als reiche deutsche Erbin aus und prellte die New Yorker High Society, Banken und Hotels um insgesamt fast 300.000 Dollar: Die Eskapaden der Hochstaplerin Anna Sorokin sorgten nicht nur für Schlagzeilen, sondern gaben Netflix auch reichlich brisanten Stoff für die 2022 veröffentlichte Serie „Inventing Anna“. Aber das Vorbild einer wichtigen Figur wirft dem Streaminganbieter jetzt vor, selbst von der Wahrheit abzuweichen – und hat Klage eingereicht.

Die frühere „Vanity-Fair“-Redakteurin Rachel Williams war mit Sorokin befreundet und hatte später einen entscheidenden Anteil daran, dass die Betrügerin aufflog. Von ihrer eigenen Darstellung in der Serie ist sie aber ganz und gar nicht begeistert. In ihrer Klageschrift heißt es, sie würde in der Serie fälschlich als „unethisch“, „gierig“, „snobhaft“ und „unloyal“ dargestellt.

Tatsächlich kommt Rachel Williams‘ Charakter in der Serie (gespielt von Katie Lowes) nicht gut weg: Sie nimmt gerne teure Geschenke an, verrät ihre Freundin aber später ohne Zögern vor Gericht. Williams betont dagegen, dass sie selbst von Sorokin um 62.000 US-Dollar betrogen wurde, und die Freundschaft beendete, als sie von dem Betrug erfuhr. Sie sieht sich daher in erster Linie als Opfer.

Dem „Hollywood Reporter“ sagte Williams: „Netflix hat absichtlich meinen echten Namen und echte Aspekte meines Lebens benutzt, um eine völlig falsche und diffamierende Charakterisierung von mir zu schaffen. Die Wahrheit bedeutet etwas und man braucht ein Verantwortungsgefühl, um echte Menschen darzustellen.“

Serienschöpferin Shonda Rhimes hatte in einem Interview mit „Hollywood Reporter“ zugegeben, dass die Serie auch viele fiktionale Elemente enthält: „Es gab Sachen, die wir erfunden haben, weil sie erfunden werden mussten, um die Geschichte wirklich zum klingen zu bringen und dazu zu machen, was sie sein sollte.“

Sorokin war 2017 wurde verhaftet, Williams unterstützte die Behörden dabei. Sie machte ihre Erfahrungen mit Sorokin selbst in einem Artikel für „Vanity Fair“ öffentlich und schrieb später darüber das Buch „My friend Anna: Die wahre Geschichte, wie Anna Sorokin mich und halb New York aufs Kreuz legte“.


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