Hotlist 2017: Saint gibt der Flüchtlingskrise ein musikalisches Gesicht

Nur mit einem Rucksack kam Mohammed Sillah 2012 aus Gambia nach Schweden. Einmal durch halb Afrika, dann in einem überfüllten Boot übers Mittelmeer. Es ist eine dieser Geschichten, die einem so weit weg vorkommen, die aber wichtig sind, weil sie zeigen: Die Triebfedern für Migration sind oft Träume und Hoffnungen, die den eigenen sehr ähnlich sind. Drei Jahre verbrachte der heute 19-Jährige in Flüchtlingslagern, erst Ende 2015 erhielt er seine Aufenthaltsgenehmigung – zu diesem Zeitpunkt studierte er bereits seit zwei Jahren Musikproduktion am Rytmus-Gymnasium Göteborg.

Das Ergebnis, vor allem aber seine Rap-Skills, konnte man im Frühjahr 2016 auf seinem ersten Mixtape THE NEW FUNKY DREAD hören. Als Saint vermengt er souverän verschiedene Spielarten von HipHop und Soul. Tracks wie „Funk’d Up“ dürften all denen gefallen, deren musikalische Sozialisation irgendwo zwischen den Conscious-Rappern Arrested Development und den Platten von Gilles Petersons Talkin’-Loud-Labels liegt.

Saint verpasst diesem Sound aber durchaus ein Update. Wie gut das live funktioniert, konnte man beim ersten Deutschland-Konzert auf dem Puls-Festival im vergangenen November sehen. Im Frühjahr geht es für Saint erstmals zum US-Branchenevent „South By Southwest“, bald darauf soll das Debütalbum erscheinen. Die A&R-Manager der großen Labels stehen angeblich Schlange.


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