Hintergründe

„Lost In Translation“: Alles, was Ihr noch nicht über Sofia Coppolas Meisterwerk wusstet

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Sofia Coppolas zweiter Spielfilm „Lost In Translation“ aus dem Jahr 2003, der Bill Murray und Scarlett Johansson in den Hauptrollen zeigt, gilt als moderner Klassiker. Murray spielt darin den entfremdeten und lethargischen Schauspieler Bob Harris, der für einen Whisky-Werbespot nach Tokio reist und dort auf die junge, aber ebenso verlorene Charlotte (Scarlett Johannson) trifft. Während Bob sich an die letzten Reste seiner Popularität und eingeschlafenen Ehe klammert, begleitet Charlotte ihren Mann – einen erfolgreichen Fashion-Fotografen – auf seiner Geschäftsreise und bemerkt nach und nach, wie ihre Vorstellung vom Leben ihr zu entgleiten droht. Bob und Charlotte verbindet ihre Schlaflosigkeit in einer Stadt außerhalb ihrer Komfortzone – und schnell beginnen die zwei eine ungewöhnliche Freundschaft.

„Lost In Translation“ wurde von der Kritik äußerst positiv aufgenommen und erhielt zahlreiche Preise, darunter einen César als bester ausländischer Film, drei British Academy Film Awards, eine Golden-Globe-Auszeichnung für den Besten Film und sogar einen Oscar für das Beste Originaldrehbuch. Und auch bis heute hält sich das Erbe des Films: So wurde „Lost In Translation“ im Jahr 2016 in einer Umfrage der BBC auf Platz 22 der 100 bedeutendsten Filme des 21. Jahrhunderts gewählt. Hier könnt ihr nun euer Wissen zu dem Klassiker testen.

Hier kommen fünf besondere Fakten, die Ihr über „Lost In Translation“ sicher noch nicht wusstet:

1. Sofia Coppola gründete ein Modeunternehmen in Japan

Nachdem die Tochter des legendären Filmemachers Francis Ford Coppola ihr Studium der Malerei und Fotografie abschloss, rief sie im Jahr 1998 ihr eigenes Modeunternehmen ins Leben. Die Firma mit dem Namen „Milkfed“ ist bis heute ausschließlich in Japan zu erwerben. Ihre jahrelangen Erlebnisse in Tokio lieferten die Basis für ihre Drehbuch zu „Lost In Translation“.

2. Scarlett Johansson war erst 17 Jahre alt, als die Dreharbeiten begannen

„Lost In Translation“ markierte einen Wendepunkt in Johanssons Karriere: Zuvor spielte die dänisch-amerikanische Schauspielerin ausschließlich in Kinder- und Teenie-Filmen mit – nach dem Welterfolg von „Lost In Translation“ wurde sie nicht nur für ihre schauspielerische Leistung gelobt und ausgezeichnet, sondern auch nur noch für erwachsene Filmrollen gecastet.

3. Der ganze Film basiert auf Improvisationen

Als es bei den Dreharbeiten zu regnen und donnern anfing, spazierte Scarlett Johansson deshalb spontan durch ein Gewitter. Bill Murrays Karaoke- und Whisky-Foto-Session war nicht geplant – sie entstanden intuitiv. Bei der Szene im Shabu-shabu-Restaurant wurde der Filmcrew der Strom abgeschaltet, weil sie die Drehzeit ein paar Minuten überzogen hatten. Und ja, auch der legendäre Filmkuss war nicht im Drehbuch vorgesehen, sondern geschahen ganz spontan, aus der Szene heraus.

4. Sofia Coppola versuchte mehrere Monate vergeblich, Bill Murray zu erreichen

Die Regisseurin hatte Murray bereits beim Verfassen des Drehbuchs für die Rolle vorgesehen. Als es an die Dreharbeiten ging, versuchte sie fünf Monate lang, mit dem Schauspieler Kontakt aufzunehmen – doch es kam nie eine Antwort. Der Grund: Murray stand seit 1999 bei keiner Agentur mehr unter Vertrag und hörte seinen Anrufbeantworter selten ab.

5. „Lost In Translation“ wurde von The Guardian „anti-japanischer Rassismus“ vorgeworfen

Wie bereits erwähnt, waren die Kritiken des Films fast ausschließlich lobpreisend und positiv. Fast. Die Musikerin Kiku Day schrieb für The Guardian im Jahr 2004 eine vernichtende Kritik, in der sie den Rassismus des Films hervorhob. So schrieb sie: „Die Japaner sind im Film eindimensional und entmenschlicht und dienen als exotischer Hintergrund für die Geschichte von Bob und Charlotte, wie schmutzige Tapeten in einem billigen Hotel.“

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