Marilyn Manson verliert eine seiner zwei Grammy-Nominierungen

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Marilyn Manson hat eine seiner zwei Grammy-Nominierung verloren. Gelistet war er für seine Tätigkeit als Komponist auf Kanye Wests DONDA. Damit hatte er die Chance, einen Grammy für das Album des Jahres sowie einen für Rap-Song des Jahres („Jail Pt. 2“) zu gewinnen.

Missbrauchsvorwürfe sollen nicht der Grund sein

Die Recording Academy hat nun bestätigt, dass er zumindest die Nominierung für den Rap-Song des Jahres eingebüßt hat. Nach Angaben von Spotify wurde Mansons Name auch aus den Songwriting-Credits von „Jail Pt. 2“ entfernt. Laut einer Quelle des Branchenblatts „The Hollywood Reporter“ handelt es sich um eine verfahrenstechnische Aktualisierung, weil Manson nicht der Autor des Liedes sei – die Missbrauchsvorwürfe sollen also nicht der Grund für die Streichung sein. Die Nominierung für das Album des Jahres behält er zudem.

In der Liste ist es nicht die einzige Änderung: Eine Reihe von Produzenten und Songwritern haben neue Nominierungen erhalten, andere werden nun nicht mehr aufgeführt. Das ist gängige Praxis der Recording Academy, die Gründe reichen von Rechtschreibfehlern bis hin zu übersehenen Produzenten.

Grammys-Chef: „Wir schauen nicht auf ihr Strafregister“

In der vergangenen Woche hatte Grammys-Chef Harvey Mason Jr. in einem Interview gesagt: „Wir schauen nicht auf die Vergangenheit der Leute, wir schauen nicht auf ihr Strafregister, wir schauen auf nichts anderes als auf die Legalität innerhalb unserer Regeln, ob diese Aufnahme für dieses Werk aufgrund des Datums und anderer Kriterien geeignet ist“, fügte er hinzu. „Wenn dies der Fall ist, können sie sich anmelden“, so der Musik-Funktionär.

Zahlreiche Frauen bezichtigen Manson der Vergewaltigung

Mindestens 15 Frauen, darunter Schauspielerin und Ex-Freundin Evan Rachel Wood, beschuldigen den Sänger des sexuellen, physischen oder psychischen Missbrauchs. Von einigen wird er sogar der Vergewaltigung bezichtigt. Zwar hat Manson in der Vergangenheit alle Anschuldigungen bestritten und behauptet, dass seine Anklägerinnen „zynisch und unehrlich versuchen, die #MeToo-Bewegung zu Geld zu machen und auszunutzen“, indem sie einen „koordinierten Angriff starten“.

Vor zwei Wochen gab ein Anwalt des 52-Jährigen jedoch bekannt, der Sänger sei offen für Vergleichsgespräche mit einer nicht genannten Ex-Freundin. Sie behauptet, er habe sie 2011 vergewaltigt. Bei einer Gerichtsanhörung am 19. November sagte der Verteidiger Stephen D. Rothschild, dass der Rockstar offen für Gespräche mit der anonymen Ex-Partnerin sei. Er sagte auch, dass „eine Mediation“ für andere Ankläger „in Aussicht“ sein könnte.

Am Montag (29.11.) gab es eine Razzia auf Mansons Anwesen in West Hollywood. Dabei wurden Gegenstände beschlagnahmt, die als mögliches Beweismaterial herhalten können, darunter Festplatten und andere Medienspeicher.

+++Dieser Artikel erschien zuerst bei rollingstone.de+++


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