ME 05/22

Musikexpress 05/2022 mit George Michael, ESC-Special, Warpaint & Public Enemy – die Themen im Überblick

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Zum Einstieg wie immer unser „Making-Of“ aus dem hier beworbenen Printprodukt:

FRIEDEN, EY!

Zwei Jahre lang trat Pop auf der Stelle: Homerecording, Lockdown-Blues, verschobene Veranstaltungen, Verunsicherung. Das Frühjahr 2022 sollte nun endlich alles und jeden wachküssen, ja, einen Knutschmarathon erhofften sich so viele Künstler*innen: Hello again, herrlicher Regelbetrieb!

Was stattdessen geschah? Wir haben es miterlebt: Ein Angriffskrieg mitten in Europa, der Millionen Menschen zu Flüchtenden macht und viele das Leben kostet. In das neuerliche Allzeit-Tief veröffentlichen Bands Alben, holen Touren nach. Man spürt in ihrer Kommunikation, es fühlt sich ungebührlich an, Fans zu mobilisieren, während um die Ecke die Welt aus den Angeln fliegt.

Doch Musik ist eben nicht nur Teil des guten Lebens, sondern auch des schlechten: Auch der Eurovision Song Contest (siehe Seite 40) spiegelt geopolitische Konflikte auf der Showbühne wieder, jüngst wurden diverse Popschaffende zu Querdenkern, in Pandemiezeiten stampfte aber auch die hiesige Musikszene mit der „Tour D’Amour“ eine große Aktion zugunsten der Menschen im Lager Moria aus dem Boden – und nutzt diese Struktur jetzt wieder für eine Ukraine-Hilfe. Alle Facetten sind dabei. Pop ist aktiver Bestandteil eines ins Wanken geratenen Alltags.

Wir steuern den unruhigen Zeiten ein frisches Heft bei – und haben darin weit mehr als bloß einen Soundtrack zum Untergang zusammengetragen. Peace, Leute!

Der Musikexpress 05/2022 – die Themen im Überblick:

George Michael – Someone Special

Vor 35 Jahren veröffentlicht George Michael FAITH. Er arrangiert und produziert die Platte selbst, spielt viele der Instrumente, singt wie ein junger Gott. Es folgen Millionenverkäufe, Nummer-eins-Hits, jubelnde Kritiken – er ist nun einer der Allergrößten. Das Album führt 80s-Pop an die Schwelle zu den 90ern, sein Meta-Konzept prägt die Musikwelt bis heute. Und doch: George Michael verstirbt wie David Bowie und Prince im verlustreichen Jahr 2016, am ersten Weihnachtsfeiertag – ausgerechnet! Während Bowie und Prince eine posthume Omnipräsenz besitzen, steht die Erinnerung an George Michael im diffusen Schatten, einmal im Jahr erhellt von „Last Christmas“ und den sanften Lichtern der Weihnachtsmarkthütten. Warum eigentlich?

Brian May: „Ich träume davon, mit Putin zu sprechen“

Wie Harrison Ford, der wieder als Han Solo um sich ballerte, als Rick Deckard in die Zukunft zurückkehrte und bald sogar als Indiana Jones die Peitsche ausgräbt, nutzt auch Brian May das 21. Jahrhundert bisher vermehrt dazu, zu seinen ikonischen Rollen zurückzukehren. So steht er seit 2005 mit wechselnden Sängern und entsprechendem Erfolg wieder als Queen auf der Bühne, beendete 2007 – nach 37 Jahren – seine Doktorarbeit, und arbeitet nun Platte für Platte seine Solo-Karriere neu auf.

Glamour, Queerness, geopolitische Konflikte – Der Eurovision Song Contest im neuen Jahrtausend

Schrille Optik, mitunter äußerst fragwürdige Songs, diese epische Punktevergabe und Erinnerungen an große TV-Momente der Kindheit – der Eurovision Song Contest gehört irgendwie zur Familie. Wird über ihn gesprochen oder geschrieben, landet man stets zügig bei den Klassikern, bei ABBA, bei Nicole. Was ein wenig schade ist, denn seit dem Jahrtausendwechsel ist bei und mit dem ESC viel geschehen. Auch Konflikte in Europa wurden auf der Showbühne mitverhandelt, es gab die Osterweiterung, Lena, Conchita, den Reinfall von Madonna – ach ja, und was macht eigentlich bitte Australien beim ESC?! Am 10. Mai startet die neue Auflage des bizarr heimeligen Sangeswettbewerbs, diesmal in Turin. Wir haben uns hier endlich mal seiner jüngeren Vergangenheit angenommen.

Warpaint – Gitarren (ohne Hierarchien) gegen Rockismus

Es war einmal eine Band aus Los Angeles. Gemeint ist nicht das Los Angeles, das in Larry Davids „Curb Your Enthusiasm“ gezeigt wird, mit seinen Palmen, Villen und SUVs mit Elektroantrieb. Gemeint ist auch nicht das Los Angeles der sozialen Konflikte, der Armut und Diskriminierungen. Und auch nicht das kriminelle Los Angeles, über das es so unglaublich viele Kinofilme gibt. Warpaints Los Angeles war … nun ja, eine Art Prenzlauer Berg mit besserem Wetter.

Monchi: „Alter, wie sieht der denn jetzt aus?“

Als Ultra von Hansa Rostock lässt es Jan Gorkow alias Monchi rund um den Fußball krachen. Mit Feine Sahne Fischfilet steigt er von der Jugendclub-Kapelle zur Chartsband auf. Feiern, singen, saufen, politisches Engagement und Stellung beziehen – bei Monchi geht es immer bis zum Anschlag. Als er sich eines Tages auf die Waage stellt, hält er inne – und krempelt einiges um. In seinem Buch „Niemals satt“ erzählt er davon.

Fontaines D.C. – Nie wirklich zu Hause

Irland ist eine postkoloniale Gesellschaft. Mit ihrem Londoner Album SKINTY FIA liefern die Postpunks Fontaines D.C. endlich offensiv den Soundtrack dazu.

ME-Helden: Public Enemy – Fight The Power

Zwischen Revolution und Konsum: Public Enemy sind die wohl einflussreichste und gleichzeitig kontroverseste HipHop-Crew, die dieser Planet je hervorgebracht hat. 35 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debüts YO! BUM RUSH THE SHOW wird es Zeit für einen Rückblick auf Höhen, Triumphe, Tiefen und Professor Griffen ins Klo.

Außerdem im Heft:

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