Spezial-Abo

Überblick und Aussicht

Nach einem Jahr Pause: So plant Marvel die Rückkehr auf die Kinoleinwand und den Rest der Phase 4

von

Vor knapp sechs Jahren kam „Avengers: Age of Ultron” in die Kinos. Der Film markiert die zweite Zusammenarbeit von „Buffy”-Schöpfer Joss Whedon, dem derzeit grobes Fehlverhalten gegenüber Frauen am Set vorgeworfen wird, und Marvel. Doch „Age of Ultron” genießt keinen so guten Ruf wie sein Vorgängerfilm von 2012. Zu wirr, zu überladen, zu wenige richtig große Charaktermomente – und das sind nur ein paar Kritikpunkte an Whedons zweitem und bisher auch letzten Marvel-Projekt.

Hier geht es zum Trailer von „Avengers: Age of Ultron”

Innerhalb des Marvel Cinematic Universe (MCU) nimmt der Film trotz seiner Schwächen jedoch einen wichtigen Platz ein. Denn er schließt praktisch nicht nur die Phase 2 (danach kam nur noch der kleinere „Ant-Man”) ab, sondern erklärt auch die Entstehung von „Vision”. Jüngst tauchte er wieder auf Disney+ in der Miniserie „WandaVision” auf. Für Marvel-Verhältnisse kein Paukenschlag, aber pandemiebedingt der wirtschaftlich gesehen wohl angemessenste Start in die Phase 4. Und „The Falcon and the Winter Soldier” sowie „Loki” werfen schon ihre Schatten voraus.

Doch gewohnt sind wir von Marvel ja eigentlich bombastische Kinofilme. Dort, im großen Saal mit den fetten Soundsystemen, da ist das Studio eigentlich zu Hause. Elf Blockbuster stehen für die auf drei Jahre ausgelegte Phase 4 auf dem Zettel. Dazu kommen zwölf (!) Serien und ein TV-Special. Doch wie geht es nun, angesichts der Corona-Pandemie, tatsächlich weiter? Wir haben einen Blick auf die aktuelle Planung geworfen.

Rückkehr auf die Kinoleinwand

„Black Widow” mit Scarlett Johansson als Natasha Romanoff steht für den 6. Mai auf der Liste der Kino-Releases, abgedreht ist „Black Widow” schon seit Oktober 2019. Ganz ursprünglich sollte Cate Shortlands („Berlin Syndrom”) Film die Phase 4 eröffnen und eigentlich schon im vergangenen Jahr gelaufen sein. Doch dann kam Corona und damit eine große Filmverschiebungsorgie.

Hier geht es zum Trailer von „Black Widow”

Der fiel auch der für vergangenen Februar geplante Kinostart von „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings” zum Opfer, der nun für den 8. Juli angedacht ist. Regisseur Destin Daniel Cretton („Just Mercy”) bringt mit Shang-Chi zum ersten Mal einen asiatischen Superhelden aus den Marvel-Comics mit dem bisher praktisch nicht in großen Rollen in Erscheinung getretenen Simu Liu in der titelgebenden Hauptrolle auf die Leinwand.

Im MCU bisher kaum in Erscheinung getreten sind auch die titelgebenden Wesen von „The Eternals”. Dabei handelt es sich um eine Alienart, die bereits unerkannt seit Jahrtausenden auf der Erde lebt und durch die Geschehnisse aus „Avengers: Endgame” gezwungen wird, ihre Tarnung abzulegen. Abgedreht ist der Film seit etwas mehr als einem Jahr. Regisseurin Chloé Zhao ist bislang für ihren intimen „The Rider” bekannt und räumt mit dem gefeierten „Nomadland” einen Preis nach dem anderen ab. Im Kino anlaufen soll „The Eternals” am 4. November.

Beschließen soll das MCU-Kinojahr dann „Spider-Man: No Way Home” am 16. Dezember. Aktuell wird wohl noch unter Regie von Jon Watts, der bereits die beiden Vorgänger inszenierte, gedreht. Als Drehorte bekannt sind Los Angeles und Island.

Und in dieser Reihenfolge soll es im kommenden Jahr auf der Kinoleinwand weitergehen: „Doctor Strange in the Multiverse of Madness” (24. März), „Thor: Love and Thunder” (5. Mai), „Black Panther 2” (7. Juli), „Captain Marvel 2” (10. November). Ebenfalls im Jahr 2022 soll „Ant-Man and the Wasp: Quantumania” untergebracht werden. In 2023 geht es dann mit „Guardians of the Galaxy Vol. 3” weiter. Noch ohne Startjahr sind die MCU-Neuzugänge „Fantastic Four” und „Blade”. Bereits bekannt ist jedoch, dass sich Disney noch eine Handvoll Starttermine reserviert hat: 6. Oktober 2022, 16. Februar 2023, 4. Mai 2023, 27. Juli 2023 und den 1. November 2023.

Aufbruch ins Serienzeitalter

 Auch bei Marvels Serienprojekten der vierten MCU-Phase liegt noch viel im Dunkeln. „WandaVision” ist ja bekanntlich schon im Januar auf Disney+ gestartet. „The Falcon and the Winter Soldier” steht schon in den Startlöchern des Streaming-Anbieters und soll am 19. März auf die Welt losgelassen werden. Das Spin-off „Loki” ist auf den 11. Juni terminiert.

Hier geht es zum Trailer von The Falcon and the Winter Soldier

Doch was wissen wir darüber hinaus? Noch Mitte dieses Jahres will uns Marvel mit „What If…?” beglücken. Die Anthologie-Serie setzt sich mit einschneidenden Momenten des MCU auseinander und will eine Welt zeigen, in der diese einen anderen Ausgang nahmen.

Im letzten Quartal dieses Jahres verortet Marvel „Ms. Marvel”. Die Serie dreht sich um die pakistanisch-stämmige Muslimin Kamala Khan, die nicht nur Fan von Captain Marvel, sondern außerdem mit gestaltwandlerischen Fähigkeiten ausgestattet ist. In die Hauptrolle schlüpft Iman Vellani, die für „Ms. Marvel” zum ersten Mal überhaupt als Schauspielerin vor der Kamera steht und auch in „Captain Marvel 2” auftauchen soll.

In zeitlicher Nähe dazu wird Jeremy Renner in „Hawkeye” zurück auf die Bildschirme kehren, Pfeil und Bogen sowie Spitznamen jedoch an Hailee Steinfeld („Bumblebee”, „The Edge of Seventeen”) abtreten.

2022 sollen folgen: „Moon Knight” mit Oscar Isaac und „She-Hulk” mit Tatiana Maslany. In unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden sich derzeit „Secret Invasion” mit Samuel L. Jackson, „Ironheart” mit Dominique Throne und „Armor Wars” mit Don Cheadle. Außerdem ist eine Serie geplant, die in Black Panthers Heimatland Wakanda spielen soll.

The Walt Disney Company
Disney+

Das angebliche Ende der Originalität: Warum die Reboot-Culture in Hollywood boomt
Weiterlesen

3 Monate MUSIKEXPRESS nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €