Nach Missbrauchsskandal: Ryan Adams bittet um „zweite Chance“

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Nach seinem Missbrauchsskandal im Jahr 2019 bat US-Musiker Ryan Adams nun öffentlich um eine „zweite Chance“. Ohne die Unterstützung einer neuen Plattenfirma stehe der Sänger kurz davor, sein eigenes Label, sein Tonstudio und sogar sein Haus zu verlieren.

Offenbar zeigten die großen Musiklabels wenig Interesse am „heißen Eisen“ Ryan Adams, nachdem dieser wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs im Jahr 2019 zur Persona non grata geworden war. In mittlerweile gelöschten Instagram-Posts beschrieb der 46-Jährige die aktuelle Lage, wie er sie wahrnehme. „Capitol Records hat mich schon zwei Mal abgewiesen. Vielleicht will mir ja irgendjemand anderes eine Chance geben. Sorry, dass ich verzweifelt klinge. Ich habe keinen Plattendeal, ich bin pleite und habe keine Freunde“, schrieb Adams. „Und jetzt ist auch noch mein Kater Theo gestorben.“

Adams soll sieben Frauen missbraucht und manipuliert haben

Im Februar 2019 veröffentlichte die „New York Times“ einen Artikel, in dem insgesamt sieben Frauen dem Sänger vorwarfen, sie psychisch missbraucht und manipuliert zu haben. Auch Ex-Frau Mandy Moore und Sängerin Phoebe Bridgers äußerten sich in dem Artikel zu Adams Fehlverhalten. Dieser war für beide Künstler*innen als Produzent aufgetreten und habe seine Machtposition unter anderem ausgenutzt, um die Frauen sexuell unter Druck zu setzen.

Nachdem Adams die Vorwürfe erst zurückgewiesen und eigentlich an seinen Plänen für gleich drei Alben im Jahr 2019 festgehalten hatte, wurde der Release seiner Platte BIG COLORS dennoch vorerst auf Eis gelegt. Im Juli 2020 bekannte der Sänger sich in einem Entschuldigungsschreiben dann schließlich doch zu den Anschuldigungen. Kurz darauf folgte der Überraschungsrelease seines 17. Studioalbums WEDNESDAYS, dessen erste Singleauskopplung „I’m Sorry And I Love You“ eine relativ eindeutige Message vermittelte:

Ich erinnere mich an dich, bevor du mich gehasst hast. Es tut mir leid und ich liebe dich.

So macht Adams auf eigene Faust weiter

Sängerin Mandy Moore deutete bereits 2020 an, wie wenig sie von den Entschuldigungen ihres Ex-Mannes hielt – besonders, weil dieser sich nicht privat, sondern in einem öffentlichen Brief in der „Daily Mail“ an sie gewandt hatte. Ryan Adams versucht sich unterdessen auf eigene Faust im Musikbusiness zu behaupten. Erst kürzlich erschien die zweite Platte seiner geplanten Albumtrilogie – BIG COLORS wurde nach dem verschobenen Starttermin letztlich im Juni 2021 veröffentlicht.


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