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Patreon: Alles, was Ihr über die Crowdfunding-Plattform wissen solltet

Auch der deutsche Rapper Naggert, der sich selbst als Teil der Identitären Bewegung sieht, hatte zuletzt auf Patreon, seinen „Löwen“ für fünf US-Dollar den Zugang zu seiner „exklusiven Telegram-Gruppe“ gewährt, über die er seine Fans mit „kleine Hörproben“ und direktem Kontakt versorgte. Für 50 weitere US-Dollar im Monat erhielten Naggerts Unterstützer zusätzlich „exklusive Videochatanrufe“, für 100 US-Dollar monatlich „Zugriff auf neue Titel noch vor offizieller Veröffentlichung“. Ob Patreon sich über Naggerts Account sowie die Dienste ähnlicher Nutzer bewusst ist, ist aktuell nicht bekannt. Ebenso bleibt abzuwarten, ob und falls ja, mit welchen Maßnahmen die Crowdfunding-Plattform auch hier eingreifen wird.

Das Copyright-Problem

Viele Creator schätzen, dass sie das Recht an ihrem eigenen Content mit der Anmeldung bei Patreon nicht abgeben müssen. Allerdings ergibt sich hieraus auch das wohl größte Problem der Crowdfunding-Plattform.

So wurde vor einigen Jahren bekannt, dass sich die Online-Pirating-Website Yiff.Party an massenweise pornografischem Material, das auf Patreon hinter einer Paywall angeboten wurde, bedient hatte und es auf seiner eigenen Plattform gratis zur Verfügung stellte. Der dort hochgeladene Content besteht vor allem aus „Furry Porn“ und wird Yiff.Party von zahlenden Patrons zugespielt und kurz darauf der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Patreon zeigte sich zunächst über den Missbrauch seiner Dienste entrüstet, weitere Aktionen vonseiten des Anbieters blieben jedoch bis heute aus.

Patreon begründet seine Untätigkeit mit dem Fehlen der notwendigen Copyright-Lizenzen. „Wir können absolut nichts dagegen tun“, so Colin Sullivan, Patreons „Head Of Legal“, in einem offiziellen Statement, „wir setzen das Urheberrecht nicht durch, weil uns die notwendigen Lizenzen zu den auf unserer Plattform angebotenen Inhalten nicht vorliegen.“ Auch der hauseigene Copyright-Zuständige Weston Dombroski meldete sich kurz darauf zu Wort. Dieser verglich die hier vorliegende Problematik mit der begrenzten Verantwortung und Zuständigkeit eines Vermieters, wann auch immer in der Wohnung seines Mieters eingebrochen und dessen Eigentum gestohlen werde: Da könne man leider nicht viel machen.



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