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Podcast-Tipp: „Cui Bono: WTF happenend to Ken Jebsen“

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Ken Jebsen war einer der besten Radiomoderatoren Berlins. Charismatisch, irre, schnell denkend, noch schneller redend und mit dem Drang, groß zu werden, mischte er seit den Neunzigern die Radiowelt und sogar kurz das TV auf. Vor allem seine Sendung „KenFM“ auf Radio Fritz – dem jungen Sender des RBB – hatte zahlreichen Fans.

Das heutige Portal KenFM hat mit der anarchistischen Sendung nichts mehr zu tun. Seit seinem Rauswurf beim RBB, weil er politisch fragwürdige Dinge von sich gab und des Antisemitismus beschuldigt wurde, betreibt Ken Jebsen eine eigene Website, da ihn YouTube im Januar dieses Jahres sperrte. Ken Jebsen, der bürgerlich Kayvan Soufi-Siavash heißt, ist inzwischen einer der führenden Verschwörungsideologen des Landes.

Cui Bono heißt: Wem zum Vorteil?

Mitte des Monats startete der Podcast „Cui Bono: WTF happenend to Ken Jebsen“. Der Titel spielt dabei auf eine beliebte Frage der Verschwörungs-Schwurbler an. „Cui Bono“ heißt „Wem zum Vorteil?“ und wird gerne genutzt, um paranoide oder antisemitische Weltverschwörungen zu vermuten oder von einer Elite zu faseln, die zum Beispiel von 9/11 oder der Corona-Pandemie profitiert. Der Podcast ist eine Produktion von Journalist und Autor Khesrau Behroz, Investigativjournalistin Pascale Müller, dem Experten Sören Musyal, der sich mit dem Aufstieg der radikalen Rechten beschäftigt, der Produktionsfirma Studio Bummens, dem NDR, dem RBB und der Produktionsfirma K2H. Zum Titel sagen die Produzierenden: „Cui Bono – Wem zum Vorteil? Eine Frage, die sich Verschwörungstheoretiker:innen stellen. Weil sie eine Geschichte hinter der Geschichte vermuten, eine Verschwörung eben. In dieser Podcast-Serie drehen wir den Spieß um. Und stellen diese Frage zurück: Welche Interessen, welche Akteur:innen stehen hinter so genannten Verschwörungstheorien? Und … wem zum Vorteil?“

Keine Bühne für Ken Jebsen

Der Podcast ist ein weiterer Beleg, dass Audio-Journalismus sehr mitreißend und informativ funktionieren kann. Die Macherinnen und Macher sprechen mit alten Wegbegleitern, konzentrieren sich aber nicht nur auf Jebsen, sondern auf seinen Weg, der exemplarisch ist für viele, die in die Welt der Verschwörungsmythen aufgebrochen sind – und damit sehr gut verdienen. Eine Bühne gebe man Ken Jebsen damit aber nicht: „Wir erzählen Ken Jebsen Geschichte exemplarisch. Um daran größere Zusammenhänge zu verdeutlichen. Verschwörungstheorien sind gefährlich und ihre Anhänger:innen sind in Zeiten von Corona nicht mehr irgendwo unsichtbar im Internet unterwegs. Sie sind unter uns, in unseren Familien, in unseren Freundeskreisen, bei Menschen, die wir kennen. Verschwörungstheoretiker:innen wie Jebsen schüren Ängste. Sie beschädigen das Vertrauen in unsere Gesellschaft, in unsere Demokratie. In diesem Podcast wollen wir ihre Techniken und Absichten aufdecken. Und die Kräfte, die ihr Wirken aktuell verstärken, offenlegen: Verantwortungslose Empfehlungsalgorithmen der großen Social Media Plattformen, eine breite Verunsicherung in der Gesellschaft wegen Corona, spaltende Desinformations-Kampagnen aus dem Ausland und eine systematische Vereinnahmung durch rechtsextreme und demokratiefeindliche Gruppierungen im Inland.“

Die Folgen erscheinen wöchentlich im Programm der Sender N-JOY, radioeins und rbb Kultur. Und zeitgleich in der Audiothek der ARD, auf Spotify, Apple, Amazon, Google und überall sonst, wo es Podcasts gibt.

Hier könnt ihr die erste Folge hören:


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