Highlight: Rage Against The Machine: Wir haben ihre Alben nach kommerziellem Erfolg sortiert

Rage Against The Machine: Ihre beliebtesten Videos im Überblick

Jetzt mal ehrlich: Wer hat sich nicht gefreut, als Rage Against The Machine ihre Wiedervereinigung angekündigt haben? Zwar bisher nur für fünf Konzerte in Amerika, aber wenn wir uns allen die Daumen drücken, rocken Tom Morello und Co. nächsten Sommer vielleicht ja den Nürburgring, zum Beispiel. Aber bevor dieses Wunschdenken ausartet, werfen wir lieber einen Blick auf die wohl beliebtesten, weil meistgesehenen Musikvideos des Quartetts. Als Datengrundlage für die Zusammenstellung dienen die Videoaufrufe auf YouTube.

7) People Of The Sun (1996)

2,9 Millionen Aufrufe

Dieses Video und der zugehörige Song drehen sich um die Zapatista-Revolution in Mexiko, bei dem die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung einen zwölf Tage andauernden Aufstand organisiert. Das Militär Mexikos schlug den Aufruhr mit Hilfe von US-amerikanischen Waffen nieder, wobei den Zapatistas Selbstverwaltungsrechte und Autonomie eingeräumt wurden.

Im Clip kreieren Rage Against The Machine einen ziemlichen Info-Overload mit diversen historischen Fakten und Statistiken, die ein Filmprojektor an die Wände einer Leichenhalle wirft. Man kommt gar nicht hinterher, alles zu erfassen. Neben dieser Version gab es offenbar noch eine andere mit Szenen, in denen ein indigener Arbeiter lebendig begraben wird, sowie Bilder von toten Teenagern in einer Leichenhalle. Diese Bilder wurden durch Militär-Aufnahmen ersetzt.

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6) Bombtrack (1993)

3,3 Millionen Aufrufe

Der Opener vom Debütalbum ist ein wahrer Band-Klassiker – wobei: Eigentlich sind inzwischen alle Songs von Rage Against The Machine Klassiker. Die vier Musiker fanden das Stück jedenfalls so gut, dass sie ihn mit einer HipHop-Referenz benannten. So bedeutet „bomb“ nichts anderes als „der großartigste“, und „Bombtrack“ ist damit „der großartigste Track“. Mit dem Video drücken RATM ihre Unterstützung für die revolutionäre peruanische Bewegung Sendero Luminoso und ihren Anführer Abimael Guzman aus.

5) Freedom (1993)

7,5 Millionen Aufrufe

Das Musikvideo zeichnet den Fall von Leonard Peltier nach. Er war ein indianischer Aktivist des American Indian Movement (AIM) in den Vereinigten Staaten und wurde 1977 trotz strittiger Beweislage wegen Beihilfe zum Mord zu zweifach lebenslanger Haft verurteilt. Rage Against The Machine treten während des Clips hinter Gittern auf, garniert wird das Ganze mit Zitaten des berühmten Stammeshäuptlings Sitting Bull. Am Ende sieht man Peltier im Gefängnis sitzen sowie den eingeblendeten Satz „justice has not been done“.

4) Testify (2000)

12 Millionen Aufrufe

In dem fantastischen, von Michael Moore („Bowling For Columbine“) gedrehten Video wollen Aliens die Erde erobern – und zwar mit Hilfe eines Mutanten, in dem George W. Bush und Al Gore zu einer Person verschmelzen. Es werden deckungsgleiche Aussagen der beiden zu wichtigen Themen gezeigt.

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Damit wollten Rage Against The Machine einen Mangel an Wahlmöglichkeiten bei der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 deutlich machen. Als Abschiedsbotschaft dient ein Satz des grünen Politikers Ralph Nader: „If you’re not turned on to politics, politics will turn on you.“ („Wenn dich Politik nicht anmacht, wird sich Politik gegen dich richten.“)

3) Sleep Now In The Fire (2000)

23,7 Millionen Aufrufe

Schon wieder ein Clip von Michael Moore – er und Rage Against The Machine konnten offenbar gut miteinander. Der Regisseur ließ die Herren Morello, de la Rocha, Wilk und Commerford vor der New Yorker Börse auftreten, wobei nur auf den Stufen des Federall Hall National Memorial gedreht werden durfte, jedoch nicht auf dem Bürgersteig oder der Straße. Die Vorgabe von Moore an die Band: „Egal, was passiert, hört nicht auf zu spielen.“ Gesagt, getan.

Als Rage Against The Machine von den Stufen herunter stiegen, nahm die Polizei Moore fest, der „Nehmt die Börse!“ zur Band rief. Woraufhin die Musiker sowie rund 200 Schaulustige durch den ersten Satz Türen rannte. Doch der Vorstoß wurde durch die herunterkrachenden Sicherheitstüren rapide gestoppt, wodurch Rage Against The Machine effektiv eine Schließung der Börsentüren am 26. Januar 2000 erreichten.

Weiterer Fun Fact: Der Clip zu „Sleep Now In The Fire“ war im selben Jahr bei den MTV Video Music Awards in der Kategorie „Best Rock Video“ nominiert, verlor jedoch gegen Limp Bizkit und „Break Stuff“. Dies wiederum verärgerte Bassist Commerford offenbar so sehr, dass er während der Award-Überreichung an Limp Bizkit auf ein großes Teil der Kulisse kletterte und darauf herumwippte.

2) Bulls On Parade (1996)

40 Millionen Aufrufe

In dem Song geht es gar nicht um Polizisten (aka Bullen), die in Sachen Brutalität über die Strenge schlagen. Zack de la Rocha rappt eher allgemein über totalitäre Regime, die ihre Bürger unterdrücken, wofür er das Bild eines wütenden Stiers entwirft. Im Video zu „Bulls On Parade“ werden Live-Mitschnitte vom Big Day Out sowie Hordern Pavilion in Sydney mit Aufnahmen junger protestierender Menschen zusammengeschnitten.

1) Killing In The Name (1992)

114 Millionen Aufrufe

War eh klar, dass „Killing In The Name“ auf der Nummer eins landet, oder? Gar nicht mal so sehr wegen des von Peter Gideon (einem Freund Morellos) im Whisky a Go Go sowie dem Club With No Name in Los Angeles gedrehten Musikvideo. Das ist verhältnismäßig unspektakulär: Rage Against The Machine performen „einfach nur“. Klar, die Energie der Band ist auf jeden Fall eingefangen und überträgt sich auf den Zuschauer. Aber es ist jetzt keine große Videokunst.

Die klickenden Leute wollen sich einfach DEN Song von RATM reinziehen. Und womit? Mit Recht! Diese unsterblichen Riffs. Diese Direktheit. Dieser anklagende Text, der unterstellt, dass manche US-Soldaten dem Ku-Klux-Klan angehören („Some of those that work forces/ Are the same that burn crosses“) und mit der Zeile „Fuck you, I won’t do what you tell me!“ natürlich eine Steilvorlage (nicht nur) für Wehrdienstverweigerer war. Hoffen wir auf nächsten Sommer und darauf, dass sich die Reunion von Rage Against The Machine nicht nur auf die bisher bestätigten Shows in den USA beschränkt.

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