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Albert Hammond Jr. Momentary Masters


Infectious/[PIAS] Coop/Rough Trade VÖ: 31.07.2015

Schon seit einiger Zeit lebt Albert Hammond Jr. nicht mehr in New York City, sondern Upstate, abseits des Trubels, der Menschen, der Autos und U-Bahnen. Es ist eine Strokes-freie Zone dort oben, die Urbanität ist weit weg, die Uhren ticken langsamer, der Entfaltungsdruck ist geringer. Hier lässt sich arbeiten.

MOMENTARY MASTERS, Hammonds drittes Soloalbum, ist das Resultat dieses Rückzugs. Die Platte entstand in einer alten Scheune, das Equipment war natürlich trotzdem exquisit. Solche Landpartien können ziemlich in die Hose gehen, wenn die Musiker zu viele Nächte im Heu verbringen, jedes Muhen und Wiehern als natürliche Authentizität begreifen und maßlose Mengen Apfelwein trinken. Hammond tappt nicht in diese Falle. Er ignoriert die Stimmung der Stadt nicht, betrachtet sie jedoch aus einer anderen Perspektive. Bei der Single „Born Slippy“ denkt man direkt an Vampire Weekend oder die leider verschollenen Phantom Planet: Bestens informierter Indie-Rock, der sich nicht dafür entschuldigt, sich Sounds und Ideen bei den Cars oder Paul Simon auszuleihen.

Der Refrain von „Power Hungry“ erinnert sehr angenehm an die britischen Wave-Popper Fischer-Z, „Caught By Shadow“ klingt wie eine Power-Pop-Version von Interpol, „Don’t Think Twice“ zitiert Bob Dylan. Albert Hammond Jr. erweist sich also als kluger Dieb – aber wie gut er auch singt! Seine hohe Stimme klingt rauer und fordernder als früher, wie Paul Smith von Maxïmo Park nach deutlich zu viel Zigaretten. Ah, und weil dieser Text sicherlich auch von einigen Fans seiner Erstband gelesen wird: Die letzten vier Tracks des Albums hätten auch eine tolle Strokes-EP abgegeben.


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